Die Fantastischen Vier :: MTV Unplugged

HipHop Natur

Die Großmeister des deutschen HipHop ziehen nicht nur den Stecker raus, sondern drehen leider auch noch den Saft ab.

I Die Fantas haben über die Jahre hinweg ein Level erreicht, wo sie es nicht mehr nötig haben, sich oder anderen irgendwas zu beweisen. Die Konkurrenz aus Frankfurt und Hamburg haben sie hinter sich gelassen, mit der next generation im deutschen HipHop müssen sie sich auf kein kindisches Kräftemessen mehr einlassen. Da reicht es völlig aus, einmal im Jahr mit einer souveränen Geste den Machtanspruch zu untermauern. Ein Unplugged-Set schien da eine feine Idee, den Ausnahmestatus zu demonstrieren. Vom musikalischen Standpunkt aus ist die Rechnung auch voll und ganz aufgegangen. Unterstützt von einem kleinen Orchester und Profis wie Markus Kössler oder Flo Dauner beweisen Smudo,Thomas D, Michi Beck und And. Y wirklich sehr eindrucksvoll, dass sie mit allerlei, zum Teil sehr exotischen, Instrumenten durchaus in der Lage sind, HipHop auch in einer akustischen Variante dahermarschieren zu lassen. Der einzige Haken bei der Sache: Die Stuttgarter haben sich dabei sprichwörtlich selbst den Saft abgedreht. „Der Picknicker“ passt plötzlich auch in die jazzige Cocktailbar, „Sie ist weg“ in die Flughafen-Lounge und „Tag am Meer“ in die Selbstfindungsgruppe. Smooth, sehr sehr smooth ist das alles. Dabei – nochmal – handwerklich auf allerhöchstem Niveau. Aber eben auch bisschen betulich. Oder anders, langweilig.

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