Eels Extreme Witchcraft


PIAS/E-Works/Rough Trade (VÖ: 28.1.)

von

Wenn alle Welt den Kopf gegen die Tischkante hauen will, schlägt die Stunde des Mark Oliver „E“ Everett. Anders ist es nicht zu erklären, dass er mit den Eels gerade jetzt ein von John Parish produziertes Album aufgenommen hat, das vor Energie fast aus dem löchrigen T-Shirt platzt. Während E auf EARTH TO DORA von 2020 noch zarte Trostsongs zu spieluhrigem Indie sang, bricht der Rock’n’Roll hier gleich im Opener los, um später in Songs wie „What It Isn’t“ sein ganzes Kackbratzenpotenzial zu entfalten.

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EXTREME WITCHCRAFT ist ein Album wie ein Achselzucken, wie ein Spontangluckser, wenn man nach einem wirklich vergurkten Tag durch die Straßen läuft und findet, dass der ganze Mist, also das Leben und so, am Ende doch ganz lustig ist. „Good Night On Earth“ heißt dann auch eine Single, die mit ihren Blues-Rhythmen und Distortions nach einem von Jack Whites Spätprojekten klingt.

Wenn der Teufel in „Grandfather Clock Strikes Twelve“ ein paar Seelen holen kommt, hört sich das tatsächlich ein wenig nach Opa-Funk an, aber auf die gute Art, „Strawberries And Popcorn“ wiederum hätte auch Courtney Barnett nicht lässiger hinbekommen. Und wenn Everett mit „Stumbling Bee“ zu seiner Spezialdisziplin kommt, dem seltsamen Midtempo-Song, wird mal wieder ziemlich deutlich, was das Besondere an den Eels ist, dem bockigen, aber treuen Gaul unter den alten Indie-Schlachtrössern: dass er zwar ordentlich lospreschen kann, aber eigentlich am besten ist, wenn er lahmt.


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