Spezial-Abo

Eomac Cracks


Planet Mu/Cargo (VÖ: 16.4.)

von

Mit einem dringlichen Statement beginnt das neue Album von Eomac. „Mandate For Murder“ heißt der erste Track, darin sampelt der irische Produzent ein Zitat seines Musikerkollegen Akala. Der britische Rapper hatte 2015 erklärt, sobald man Menschen mit Schädlingen gleichsetze, wie in der Flüchtlingskrise oft geschehen, sei dies ein „Mandat für Mord“. Unterfüttert mit repetitiven Beats wiederholt Eomac dieses Sample nun immerfort – ein starker Protestsong.

🛒  CRACKS bei Amazon.de kaufen

Insgesamt ist Ian McDonnell, wie Eomac eigentlich heißt, auf seinem fünften Album breit aufgestellt: Da finden sich Elemente von düsterem Kellertechno („Portuguese Man O’War“) neben choralen Passagen („Ancient Self“) und quirligen Synthie-Klängen („What Does Your Heart Tell You?“). Im polyrhytmischen, footwork-beeinflussten „Falling Through The Cracks“ erinnert er dagegen an seine Labelkollegin Jlin.

Zum Schluss nimmt uns Eomac, der auch schon mal eine Weile in Berlin lebte, mit zur Tierbeobachtung ins Hauptstadtzentrum: „All The Rabbits in The Tiergarten“ dürfte mit seinen Flöten-Sounds und treibenden Bässen nicht nur Kaninchen zum Hüpfen bringen.


ÄHNLICHE KRITIKEN

Morcheeba :: Blackest Blue

Das britische Duo macht seinen Laid-Back-TripHop halbwegs fit für die Gegenwart.

Maurice Summen :: Paypalpop

Das Die-Türen-Mastermind hat sich die Gebrauchs-Musik bei anonymen Produzent*innen aus aller Welt bestellt.

Juliana Hatfield :: Blood

Die Indie-Gitarrenrock-Ikone ist in der Covid-Isolation wütend geworden.


ÄHNLICHE ARTIKEL

Sexualität und Rassismus: Wie rückständig ist „Bridgerton“ wirklich?

Warum bedient sich eine Serie wie „Bridgerton“ einem progressiven Narrativ, um es dann aber nicht konsequent umzusetzen? Eine Analyse.

Dünne Höhenluft, noch dünnere Handlung: Die Serie „Into The Night“ auf Netflix

Fasten your seatbelts: In „Into The Night“, der ersten Netflix-Serie aus Belgien, fliegt eine Passagiermaschine durch die Dunkelheit. Einziges Ziel: dem Tod durch Sonneneinstrahlung zu entgehen. Das absurde Endzeitszenario wird leider holprig erzählt und verliert sturzflugartig an Spannung. Auch eine gute Besetzung rettet das Sci-Fi-Thrillerdrama nicht vor der Bruchlandung.

„Paardiologie“: Intimer Seelen-Strip mit therapeutischer Wirkung

Ein Podcast über Liebe, Sex, komplexe Gefühlswelten und kleine Geheimnisse – klingt erst einmal nicht nach einem besonderen Alleinstellungsmerkmal. Aber „Paardiologie“ mit Charlotte Roche und ihrem Mann Martin Keß ist anders. Besser. Und intimer als alles, was Ihr bisher von fremden Menschen gehört habt. 


20 Frauen, die die Deutschrap-Szene gerade ordentlich aufmischen
Weiterlesen