Florence And The Machine Dance Fever


Polydor/Universal (VÖ: 13.5.)

von

Wenn die luftigsten Höhen erklommen und die finstersten Ecken des Hades erkundet, wenn die Liebe und der Rausch in allen Tonlagen besungen wurden, dann endet man mit Florence Welch eben doch da, wo wir Normalsterblichen rumhängen: in der Küche. Da steht Welch, Ophelia-hafte Gebieterin über das Projekt Florence And The Machine, zu Beginn von DANCE FEVER und streitet, ob man Kinder haben sollte oder nicht.

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„King“ heißt die Single, die auf die Agenda setzt, was Welch beschäftigt hat: Familienplanung, tickende biologische Uhren, solche Sachen. Zum Kitchen-Sink-Realismus lässt sich die Königin des pompösen Wallekleid-Pop zwar auch weiterhin nicht herab. Trotzdem ist ihr fünftes Album für ihre Verhältnisse eine rohe, schroffe, ja intime Angelegenheit geworden. „Heaven Is Here“ rumpelt karg und intensiv; dem traumhaften Soul-Stück „Girls Against God“ sitzt eine dezente Noise-Gitarre im Nacken.

Manchmal singt Welch in Songs, die dicht produziert, aber nie zu vollgestellt klingen, im Duett mit sich selbst wie die frühe Lorde, oft singt sie ungekünstelt und frei von Primadonna-Ambitionen – und dabei so toll wie noch nie. „I am no mother, I am no bride, I am King“, heißt es in „King“. Keine schlechte Zwischenbilanz eines (Künstlerinnen-)Lebens.


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