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GAS Narkopop

Kompakt

von
Foto: Kompakt

Wir erinnern uns: Im vergangenen Herbst erschien die gloriose, prosaisch betitelte 10-LP-Box BOX mit den Schlüsselwerken von Wolfgang Voigts Ambient-Projekt GAS: ZAUBERBERG, KÖNIGSFORST, POP und die EP „Oktember“ in vollem Ornat und um nicht wenige bis dahin unveröffentlichte Edits erweitert. Es war das Dokument der Adoleszenz des Techno der mittleren bis späten 90er-Jahre; orchestrale, spätromantische Soundschleifen und stumpfe Bassdrum, Musik wie ein Gemälde von Caspar David Friedrich im Trockeneisnebel der Off-Location, GAS hat dem Ambient seinen guten Namen zurückgegeben.

Wenn Voigt jetzt mehr als eineinhalb Jahrzehnte später auf POP den NARKOPOP folgen lässt, ist das auch eine Erinnerung an das eigentlich offensichtliche: Der Gründer des Kompakt-Labels ist mit Humor gesegnet, narkotisierender Pop, das kann Ambient durchaus sein. Wer mit dem Werk von GAS vertraut ist, wird es in NARKOPOP wiedererkennen: dubbig-verwaschene Soundschichten im Halbdunkel mit fast unmerklichen Variationen, tonal, atonal, orchestral.

Doch einiges auf NARKOPOP ist konkreter als auf den klassischen GAS-Alben, das gesampelte Orchester entsteigt den moosigen Lichtungen im Sehnsuchtsort Wald, um sich Gehör zu verschaffen, Streicher und Bläser schälen sich aus dem Dickicht. Und: Ist das die Imitation von Techno mit den Mitteln von GAS, oder doch eher eine kleine Marschmusik in „Narkopop 5“? Hören wir da, wie ein Piano in „Narkopop 6“ sanft über die Soundschleifen tupft?

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