Green Day :: Nimrod

Nach dem Erfolg von DOOKIE zeigten Green Day der Welt den gestreckten Mittelfinger – und fielen prompt auf die Nase. Das Nachfolgealbum INSOMANIAC war ein mittleres, wennn gleich kalkuliertes Fiasko. Jetzt fangen die Platin-Punks erneut bei Null an. Auf NIMROD (Slangbegriff für „Wichser“) besinnen sich Billie Joe, Mike und Tre denn auch auf ihre eigentlichen Stärken. Vom energetischen „Nice Guys Finish Last“ bis zum finalen „Prostheric Head“finden sich hier 18 vitale Ditties mit eingängigen Mitgröl-Refrains, giffigen Strophen und durchgetretenem Gaspedal. Doch das ist längst nicht alles.

Die Drei geben sich wirklich Mühe, aus der allzu engen Punk-Korsage auszubrechen. Dabei sind sie dynamischer, melodiöser und abwechslungsreicher denn je. Schließlich experimentieren Green Day nicht nur mit Streichern, Bläsern und Keyboards, sondern intonieren mit“Worry Rock“ gar ein Stück Sixties-Beat, in bester Kinks/Faces-Manier. Damit nicht genug, sie versuchen sich in stilvollem TexMex („Last Ride In“) sowie einer göttlichen Metal-Persiflage („Take Back“). Der Hype ist weg, das Publikum erwachsen, die Erinnerung an DOOKIE allgegenwärtig, Und obwohl NIMROD im Grunde ein richtig gutes Album ist, stellt sich doch die Frage, wer es eigentlich noch braucht bzw. kauft.

Warum wird Iggy Pop nach Dekaden mit einigen Höhen und tiefsten Tälern jetzt verehrt und geliebt wie nie zuvor? Antwort liefert unsere Titelgeschichte über den „Godfather of Punk“. Dem Heft liegt exklusiv eine Vinyl-Single mit Live-Versionen von „The Passenger“ und „Lust For Life“ bei, festgehalten während des 2023er Konzerts beim Montreux Jazz Festival. Die MUSIKEXPRESS-Ausgabe gibt es hier bequem zum Bestellen.