Howe Gelb Gathered


Fire Records/Cargo

Eine ganze Reihe sehr spezieller deutscher Wörter hat es geschafft, sich fest in der englischen Sprache zu verankern: Fräuleinwunder zum Beispiel, Pumpernickel, Doppelgänger oder Zeitgeist gehören dazu und auch Wanderlust. Passt wunderbar zum Troubadour Howe Gelb, diesen Dauerreisenden in Sachen Musik, den es diesmal kreuz und quer durch Europa zog, um die Songs seines Soloalbums GATHERED einzuspielen und viele andere Musiker zu treffen.

In Cordoba war es Fernando Vacas, der normalerweise einem Gypsy-Orchester angehört. In Paris ging er mit Anna Karina, einer dänischen Schauspielerin und Chanteuse, zudem Ex-Ehefrau von Jean-Luc Godard, ins Studio. In seiner Wahlheimat Dänemark wurden natürlich auch ein paar Songs eingespielt, andere in Tucson, Arizona, wo Gelb einst Giant Sand gründete und zeitweise noch lebt. Auch die amerikanische Folk-Sängerin Pieta Brown ist zu hören. GATHERED ist ein sehr romantisches Album, das gemächlich dahinfließt, sparsam arrangiert wurde und jedes Tempo verweigert.

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Manchmal schlurft Howe Gelb durch vertraute Country-Folk-Gefilde, selten entlockt er seiner Gitarre wie in „The Open Road“ ein paar Twang-Töne, meistens fühlt er sich dort wohl, wo zu sehr später Stunde Bar-Jazz und Balladen für eine warme Atmosphäre sorgen. Das Piano steht also häufig im Mittelpunkt, das Schlagzeug dafür weiter hinten. Ein paar Coverversionen finden sich unter den Liedern, darunter der Klassiker „Moon River“, in dem er von seiner Tochter Talula unterstützt wird. Oder „A Thousand Kisses Deep“ von Leonard Cohen, auf dem M. Ward gastiert. Das klingt alles sehr schön, unaufdringlich und extrem entspannt, aber GATHERED reißt einen nicht mit. Was in diesem Fall nicht einmal als Kritik zu verstehen ist.  

Kooperation

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