Spezial-Abo

Idles Brutalism


Balley/Cargo (VÖ: 23.6.)

von

Inzwischen ist der Postpunk wieder so sauer und schnell und heftig, dass er vom Punk kaum mehr zu unterscheiden ist. Das englische Quartett Idles um den Sänger Joe Talbot jedenfalls liefert auf BRUTALISM den perfekten Soundtrack zum allseits wild wuchernden Mist um uns herum, von Krebs bis zur Kunstfeindlichkeit, vom Glauben bis zur (fehlenden) Bildung. Die Gitarren splittern wild, der Bass schubbert hart, und das Schlagzeug knüppelt in so hohem Tempo, als wollte es den sarkastisch näselnden Talbot immer dann zum Schweigen bringen, wenn er in all seiner Wut dann manchmal doch Ansätze einer Melodie – und damit Möglichkeiten zur Versöhnung – erkennen lässt. Tight und traurig klingt das wie eine Mischung aus Interpol und Sleaford Mods. Wuchtig und einschüchternd wie der Architekturstil, auf den der Titel sich bezieht.

https://www.youtube.com/watch?v=onrO9juuZbo


ÄHNLICHE KRITIKEN

Shame :: Drunk Tank Pink

Die dünnen blassen Jungs vertonen die Pandemie und finden den Punk (wieder).

Idles :: Ultra Mono

Die Bristoler entdecken das Pathos der Working Class in zwölf rasenden Postpunk-Songs neu.

The Streets :: None Of Us Are Getting Out Of This Life Alive

Mike Skinner teilt auf seiner UK-Rap-Comeback-Platte das Scheinwerferlicht mit jeder Menge Gästen.


ÄHNLICHE ARTIKEL

Shamir covert „Dsharpg“ von Sharon van Etten

Der Song ist Teil des Cover-Albums EPIC TEN. Außer Shamir werden darauf unter anderem Big Red Machine, IDLES, Courtney Barnett und Fiona Apple zu hören sein.

Jahresrückblick 2020: Das sind die 10 besten Songs des Jahres

Von Haim über Cardi B bis hin zu Fiona Apple: Hier kommen die allerbesten Tracks (und die dazugehörigen Musikvideos), die das Jahr zu bieten hatte.

Mit großem 70er-Special, Matt Berninger, Idles, Kitschkrieg und Taylor Swift: Der neue Musikexpress ist da!

Was hinter dem Kulturkampf Disco vs. Rock steckt, wie Matt Berninger erklärt, warum es in der Liebe kein Scheitern gibt, was Bob Mould über die Rebellion eines alten Mannes weiß, und warum Taylor Swift nicht erst seit FOLKLORE bemerkenswert ist – diese und weitere Themen im jetzt erschienenen Musikexpress 10/20.


Shamir covert „Dsharpg“ von Sharon van Etten
Weiterlesen

3 Monate MUSIKEXPRESS nach Hause

Grafik Abo 3 Ausgaben für 9,95 €