Josefin Öhrn And The Liberation Sacred Dreams


Rocket Recordings/Cargo (VÖ: 26.4.)

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In „I Can Feel It“, jenem Song, der auch die Titelzeile bereithält, wird es am deutlichsten. Da setzt der Analog-Synthie Klöppel-Töne, da marschiert der Drumcomputer wie ein in die Jahre gekommener Windhund, da gibt die Gitarre eher Akzente als Psychedelic-Vollgas: Josefin Öhrn ist auf ihrem dritten Album in einer Musik angekommen, die in erster Linie Strukturen ernst nimmt. Die stark am Kraut geschult ist, bisweilen sogar in eine abgedunkelte Disco hineinschmeckt („Desire“, teils auf Französisch gehalten) und in der Psychedelia weniger stilistisches Mittel als übergeordnete klangidentitäre Idee zu sein scheint.

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Das liegt sicher vor allem an Öhrn, der die emotionslose Kälte, die derlei Klänge ausstrahlen, übrigens gut steht. Das mag aber auch eine Menge mit Produzent Andy Ramsay zu tun haben, der Leerräume gestattete und seine eigenen Drumcomputerskills einbrachte.

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Der Stereolab-Mann übte sich dabei jedoch in Behutsamkeit, und so findet sich vor allem auf der zweiten Seite des Albums auch der Liberation-Trademark-Sound, in dem die Töne Extrarunden im Hallraum drehen dürfen, der Twang alle Zeit der Welt hat und in den bisweilen sogar, Pardon, Weltmusik hineinschmeckt. Dann klingen die Synthies eher wie ein Grillenschwarm. Ein nicht immer runder, aber interessanter Mix.

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