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Kadavar Rough Times

Nuclear Blast/Warner

von
Kadaver

Wirklich erfolgreich Motorräder verkaufen heute nur noch Hersteller, deren Modelle aussehen wie ihre berühmten Vorläufer aus den Siebzigerjahren.

Ähnliches hat sich auch in der Musik etabliert, der Handgemachten zumal. Fair enough. Schließlich sind die schönsten Motorräder, ist die legendärste Musik in den Siebzigerjahren gemacht worden.

Kadavar, ansässig in Berlin, präsentieren sich denn auch als die Triumph Bonneville des Rock. Nicht Harley, das wäre zu langgabelig und US-amerikanisch, sondern mit deutlichem Design-Drall hin zu britischen Vorbildern wie Black Sabbath und Hawkwind – wobei auf ROUGH TIMES der Schwurbelfaktor der letztgenannten ein wenig zurückgenommen wird.

Der Parallel-Twin der Bonneville war berüchtigt dafür, schon bei Standgas einfach auf dem Hauptständer wegzuhüpfen. Vergleichbar wuchtig präsentiert das Trio seine riff­lastigen Midtempo-Stampfer, auch wenn es nirgends richtig nach vorne losprescht.

Lieber werden die Gitarren noch ein wenig tiefer gestimmt. Musik ist das, die wunderbar nach Bier und Batik duftet. Und nach Benzin. Wobei eine Bonneville von, sagen wir, 1967 oder 1977 trotzdem mehr Spaß macht als eine von 2017.

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