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Matt Christensen Constant Green


Miasmah/Morr (VÖ: 18.6.)

von

Sorry, aber irgendwann hat man halt dann mal genug von dem endlos herumirrenden Gewaber. Hat vielleicht Matt Christensen gedacht über seine Stammband Zelienople und deren schwer greifbare, meditative Improvisationen. Also hat der Musiker aus Chicago seine Gitarre genommen und spielt auf CONSTANT GREEN dann doch wieder Stücke, durch die zwar bisweilen Singer/Songwriter-Konventionen schimmern, die aber schlussendlich dann doch gewöhnliche Songstrukturen und sonstige Konventionen verweigern.

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Wenn Christensen sich durch seine Träume heraufbeschwörenden Texte sprechsingt und noch einmal extra Hall auflegt, wenn er die Gitarre wimmern lässt und im Hintergrund noch einmal ein paar Saiten mehr malträtiert werden, entsteht zwar eine dem Genre sattsam vertraute Einsamer-Wolf-erzählt-vom-Leidder-letzten-Nacht-Atmosphäre, aber das Ganze ist so verzögert, so skelettiert, so ziel- und refrainlos, so wenig stofflich und nachgerade feenhaft, dass selbst ein Song, in dem Christensen behauptet, er würde Country-Songs hören, nicht klingt wie eine gute Zeit in der Scheune, sondern eine Reise in den eigenen Astralkörper.


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