Memorials
ALL CLOUDS BRING NOT RAIN
Fire/Cargo (VÖ: 27.3.)
Experimenteller Pop umarmt Krautrock und überführt ihn in zig weitere Genres.
Ja, sie waren mit Stereolab auf Tour. Und ja, ein Echo ihrer Klangwelt mag in Memorials widerhallen. Und nein. Eine Krautrock-Space-Band in Stereolab-Nachfolge sind Memorials nicht, sie haben sich eher zig relevante Genres unter den Nagel gerissen: Folk, Postpunk, Psychedelia, Dub und Progrock gehören zum Inventar von ALL CLOUDS BRING NOT RAIN.
Verity Susman, vormals bei Electrelane, und Matthew Simms, Gitarrist der Postpunk-Legende Wire, haben zwar viel NEU! gehört, aber von deren geklöppeltem Motorik-Beat sind ihre rhythmisch komplexen Konstruktionen weit entfernt.
Das Duo fühlt sich „zu der Art hingezogen, wie früher Platten aufgenommen wurden“, so Susman. So klingt das, was Memorials in einer Scheune in Südfrankreich produziert haben, sehr organisch. Viele Songs verwandeln sich plötzlich, wandern von Transparenz zu Bombast und zurück. „Watching The Moon“, ein orgelgetriebenes Stück Psychedelia, versinkt in einem Unterwasserchor. „Wildly rRmote“, eine Erinnerung an Nicos „Chelsea Girl“, ist von quietschenden Tape-Loops durchzogen. Keine Krautrock-Space-Band, aber zwei Vollblut-Musiker:innen, die jedem Song etwas Uniques mitgeben.



