Mike Oldfield :: Heaven’s Open

Dieses verwirrende Album bedurfte eines klärenden Wortes vom Meister höchstselbst. Nicht nur, weil Multi-Instrumentalist Mike Oldfield jetzt auch noch singt, sondern weil er obendrein noch bewährte Melodiefolgen wie ein Berserker zerhackt — besonders quälend nachzuhären in ,Music From The Balcony“, einem 20minütigen Opus in der Tradition von TUBUIAR BEILS. Als Oldfield das Werk komponierte, log er, eigenen Worten zufolge, gerade mit Richard Branson, dem Boss seiner Plattenfirma, im Clinch. Die akustischen Resultate dieses Streits bestehen in ,Music From The Balcony“ aus wüsten Sound-Collagen, die immer wieder die Harmonie zerstören. Jch kann eben nur so schreiben, wie ich mich gerade fühle“, erklärt der Künstler seine kompositorischen Wutanfolle. Demnach muß Oldfield bei der Arbeit an der anderen Seite von HEAVEN’S OPEN ziemlich gut draufgewesen sein. Da gibt’s, von Michael mit kraftvoller aber gewöhnungsbedürftiger Stimme vorgetragen, nämlich alles, was der PopFan wünscht: vom hymnischen Chart-Aspiranten über einen dancefloor-orientierten Titel bis hin zu Oldfields Vorstellung von Reggae. Langweilig wird’s bei so viel Abwechslung fast nie — so richtig spannend aber auch nicht.

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