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Offa Rex The Queen Of Hearts

Nonesuch/Warner (VÖ: 14.07.)

von

Es liebt der Neofolk seine Großmütter mehr noch als seine Großväter. Vashti Bunyan oder Linda Perhacs hat die Liebe der Szene jeweils ein spätes Comeback beschert. Als nun Olivia Chaney im Vorprogramm der Decemberists auftrat, war es um die Band geschehen. Chaney komponiert, singt und spielt in der Tradition der ganz großen Folksängerinnen, von der Intonation bis zum Umgang mit einschlägigen Instrumenten wie dem Spinett.

THE QUEEN OF HEARTS ist denn auch eine ultra­traditionalistische Veranstaltung, der genau das kaum anzuhören ist. Neben Klassikern wie „The First Time Ever I Saw Your Face“ finden sich auch eine Reihe neuer Stücke aus Chaneys Feder. Wer den Katalog nicht kennt, dürfte den Unterschied zwischen sechs Monate und 60 Jahre alten Liedern kaum hören. So ist das gedacht, und so ist das wunderbar. Colin Meloy und seine Dezemberisten benehmen sich wie die frühen Fairport Convention und verzichten bei diesen Meditationen über die Vergangenheit gänzlich auf klangliche Modernismen. Dass diese Musik dennoch sehr heutig und modern klingt, spricht für das Genre – und alle Beteiligten. Als spielten ­Midlake mit den Decemberists  zu alten Aufnahmen von Shirley Collins. Bezaubernd.

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