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Pantha Du Prince The Triad


Rough Trade/Beggars/Indigo

von

Jetzt könnte man schön drauflos schlaubergern, dass Pantha Du Prince seine Edge verloren hat, aber dann lockt den Kritikarbeiter womöglich ein pfiffiger Fallensteller in ein Blind Date mit einem Mix aus früheren und aktuellen Pantha-Tracks. Und dann müsste man wohl schnell zugeben, dass man alt (zwingend – erleuchtend – Klanglandschaften erkundend, die noch nie ein Mensch besegelt hat) und neu (leichthin – perfekt gedimmt – Klanglandschaften erkundend, für die uns Hendrik Weber schon einen Schlüssel nachgemacht hat) eigentlich gar nicht so recht auseinander halten kann. Sprich: Zwischen dem, was einen THIS BLISS (2007) oder ELEMENTS OF LIGHT (2013) noch bejubeln ließ, und der Unschlüssigkeit, mit der man THE TRIAD selbst im zehnten Durchgang noch begegnet, liegen höchstens Weltchen.

Dass Weber auf seinem fünften Pantha-Album sich dem Risiko ausgesetzt hat, im Zusammenspiel mit anderen Musikern – jeweils als Trio, deshalb der Titel – Platz für Improvisation („und Empathie“, wie es im Presseinfo heißt) zuzulassen, ehrt ihn. Sein Drang, Licht aus immer neuen Winkeln in seine als „Minimal-Techno“ ohnehin unzureichend ausgepreiste Nische zu lassen. the triad gibt das einen schönen Flow, es scheint immer gerade Klang und Hall und tausendfache Überlagerung da zu sein. Der Raum endlos. Aber was sich darin konkretisiert, sind kaum mehr als wohlklingende Patterns (plus Singsang), die sich oft nicht so richtig zusammenfügen wollen. Zutaten vorhanden, aber Teile der Rezeptur scheinen abhanden gekommen zu sein.


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