Red Ribbon Planet X


Danger Collective/Cargo (VÖ: 30.7.)

von

Im Video zu ihrer Single „Renegade“ stapft Danner, der Kopf von Red Ribbon, durch die Wüste und baut einen nächtlichen Autounfall – mit unerwarteten Folgen. Auch sonst ist das zweite Album der in Los Angeles ansässigen Songwriterin – Achtung: Klischee! – eine wunderbare Untermalung für nächtliche Autofahrten und am Fenster vorbeiziehende Riesenkakteen.

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Den Anfang macht Danner zwar ganz alleine, mit einer sehnsüchtigen Miniballade am Klavier. Den Großteil des in Seattle, Texas und New York aufgenommenen Roadtrips namens PLANET X legt sie jedoch mit vierköpfiger Band zurück. Das Tempo ist gemächlich, die verzerrten, unheilschwangeren Twang-Gitarren haben viel Raum zum Nachhallen, der staubige Wind weht diffuse Synthieflächen und geisterhafte Backingvocals durch die karge, weite Landschaft.

Und in der Pause am Lagerfeuer holt Danner die Akustikgitarre hervor und zupft eine berückende, beschwörende Nummer wie „Hold“ gen Sternenhimmel, während es um sie herum flimmert und dräut. Es ist der atmosphärische Höhepunkt auf einer verwunschenen, aber nicht ätherischen Platte. „If I follow you, will I lose my way or will I get high?“, fragt Danner einmal. Im Falle von PLANET X lautet die Antwort wohl: beides.


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