Robyn Honey 


Konichiwa/Embassy One (VÖ: 26.10.)

Als echter Fanboy erhoffst du dir, dass Robyn endlich den überfälligen Superstar-Status erhalten möge. Doch du hast auch Angst davor, dass eine Boss-Transformation wohl auch bei ihr einen Marktkonformitäts-Gangbang voraussetzen würde. Schlimmer Gedanke.

Zuletzt hätte Robyn sogar ein Glaubwürdigkeitsproblem wegen relativer Unvereinbarkeit der Superstar-Realität (?) und ihrem Lieblingsnarrativ von der verlassenen, verletzten Frau (die sich allerdings meist bald eine stärkere, aber nie gefühlskalte Position erkämpft, die viele andere Torch-Song-Interpreten wie Lappen aussehen lässt).

Also ist es unterm Strich gut, dass auf Robyns sechstem Album kein echter Hit drauf ist? Und dass HONEY auch ein bisschen kühler ist, weniger verspielt und offensiv als sein etwas unübersichtlich auf vier Tonträgern verteilter Vorgänger BODY TALK (2010)? Nach hinten raus leistet sich ihr sechstes Album zudem den Luxus, sich in einem Art (90s-)Dance-Mix zu verlieren – selbstverständlich eher After Hour als Hände in die Luft.

Kooperation

Höhepunkt dieses dauerpulsierend-schwebenden Zustands ist das Stück „Between The Lines“, das sich zum echten House-Worshipping auswächst, bis zum einschlägigen Keyboard-Riff sogar ein Crystal-Waters-Knödeln zu hören ist. Die Vorabsingle „Missing U“ hat wiederum versucht, am klassischen Robyn-Dance-Pop Anschluss zu finden, leider ohne ganz die Strahlkraft ihrer Evergreens zu erreichen.

Das finale „Ever Again“ klingt unterdessen nicht zufällig nach dem aufgeräumten, etwas manierlichen Träumer-Pop von Metronomy: Joseph Mount ist neben Adam Bainbridge (Kindness), dem treuen Klas Åhlund, Mr. Tophat und Zhala der wichtigste musikalische Partner auf HONEY. Und man hat den Eindruck, als träumten sie hier alle der Zeit hinterher, in der es sich ein Ohrwurm wie „Because It’s In The Music“ wohl doch häuslich in den UK-Top-Ten hätte einrichten können. 

Hier kann man „Honey” von Robyn bestellen.

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