Rostam – „AMERICAN STORIES“: Saz trifft Pedal Steel
Der Mitbegründer von Vampire Weekend verschmilzt Americana mit seinen persischen Roots.
Wir haben Rostam Batmanglij ganz wundervolle Lieder von Vampire Weekend zu verdanken. 2016 hat der Produzent die Band aber verlassen, um sich seiner Solokarriere zu widmen. Seitdem hat er etwa für Haim, Benee und Carly Rae Jepsen gearbeitet. Im Vergleich dazu sind seine eigenen Stücke (zu Unrecht) eher unter dem Radar geblieben.
Sein drittes Album AMERICAN STORIES fällt besonders eklektisch aus. Americana-Sounds treffen hier auf die Saz, die Langhalslaute, aus der iranischen Musiktradition. So spiegelt der Sänger und Songwriter seine Identität als Iraner und US-Amerikaner. Als Rostam zum ersten Mal mikrotonale Saz‑Melodien über westliche Gitarrenakkorde legte, war er über die klangliche Reibung irritiert. Doch wenn sich etwas reibt, kann das ja auch Wärme erzeugen. Genau das ist dem Album gelungen.
Persische Klangelemente und Pedal Steel: Das matcht nicht nur in „Different Light“ erstaunlich gut. Eigenwillig berührend auch der Song „Hardy“, in dem der iranisch-amerikanische Musiker Amir Yaghmai an der Violine zu hören ist. Der verspielte Stil erinnert an Vampire Weekend, für die Rostam Ende der Zehnerjahre noch mal tätig war. Auch die melancholische Stimmung des Albums, das mit „The Weight“ einen tollen Abschluss findet, erinnert an seine alte Band. Es geht um Vergebung, Freiheit, Liebe und inwiefern all das etwas miteinander zu tun hat.