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Rostam Half-Light

Nonesuch/Warner

von

Schade ist es schon, dass Rostam seinen mindestens für westliche Ohren und Augen spektakulären Familiennamen Batmanglij für seinen Künstlernamen aufgegeben hat. Vielleicht wollte er damit aus dem Schatten seiner erfolgreich Kochbücher schreibenden Mutter Najmieh und seinem Regisseursbruder Zal treten.

In jedem Fall will er sich von seiner alten Band Vampire Weekend emanzipieren, deren zweitwichtigstes Mitglied er bis zu seinem Ausstieg Anfang 2016 war. Nach zahlreichen Remix-, Produktions- (u.a. Solange, Frank Ocean, Charli XCX) und Theaterarbeiten, einer Platte mit Ra-Ra-Riot-Sänger Wes Miles als Discovery, sowie einem gemeinsamen Album mit Hamilton Leithauser strahlt das Bat-Signal jetzt nur für Rostam.

HALF-LIGHT – bedeutet so viel wie Dämmerung – nahm Rostam in seinem Heimstudio in L. A. auf und das hört man der Platte an. Natürlich umgibt auch und gerade Obervampir Ezra Koenig das Stuben­hockerflair, aber die erleichternde Heimeligkeit von VW-Songs wie „Ya Hey“ und „Step“, dürfte mehrheitlich Rostams Beitrag gewesen sein.

Es scheppert hier zwar, es trötet, es knarzt und schiebt, aber all das findet im Taschenlampenlicht unter der Bettdecke statt. Nach raffinierten, aber letztlich übermäßigen 15 Songs ist man dort vielleicht auch sanft entschlumpit. Freilich gibt es kaum Befriedigenderes als erholsamen Schlaf, aber zu „Diane Young“ im Dreieck zu springen, rundet ein gelungenes Leben erst ab. Auf HALF-LIGHT gibt es dazu keine Möglichkeit. Man hält sich eben nicht im Licht oder Dunklen auf, sondern dazwischen. Trotz vielen, vielen unterschiedlichen Tönen insgesamt etwas eintönig geraten.

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