Spezial-Abo

Sheep, Dog & Wolf Two-Minds


Aphrodite (VÖ: 9.4.)

von

Als Daniel McBride alias Sheep, Dog & Wolf 2013 sein Debütalbum EGOSPECT veröffentlichte, war das nichts weniger als das Wunderwerk eines 17-Jährigen, dem das Talent nur so aus den Ohren herausquoll. Im vertrackten Geiste von Indie-Virtuosen wie Grizzly Bear fanden auf der komplett im Alleingang eingespielten Platte schachtelige Jazz-Rhythmik, wunderhübsche Bläser, komplex arrangierter Satzgesang und filigranes Folk-Fingerpicking zu einem ebenso erhebenden wie erfrischenden Bedroom- Sound zusammen, der eine große Zukunft versprach.

🛒  TWO-MINDS bei Amazon.de kaufen

Warum dann lange Zeit nichts mehr kam, lässt sich auf TWO-MINDS nun bereits dem klaustrophobischen Opener „Months“ entnehmen, in dem McBride bittet, man möge ihm doch irgendeine Emotion verpassen, da sei sonst nichts außer Schmerz und Erschöpfung.

Und so dokumentieren auch diese acht Songs, in denen der Neuseeländer die Kopfstimme, das Piano und die Elektronik für sich entdeckt hat, die Genesung eines seelisch und körperlich Gebeutelten, der sich erst wieder rankämpfen musste. Die Leichtigkeit seines Debüts mag McBride dabei zwangsläufig etwas abhanden gekommen sein, die songwriterische Finesse aber, mit der er sich hier seinen Dämonen stellt, macht nicht minder staunen.


ÄHNLICHE KRITIKEN

Morcheeba :: Blackest Blue

Das britische Duo macht seinen Laid-Back-TripHop halbwegs fit für die Gegenwart.

Juliana Hatfield :: Blood

Die Indie-Gitarrenrock-Ikone ist in der Covid-Isolation wütend geworden.

Maurice Summen :: Paypalpop

Das Die-Türen-Mastermind hat sich die Gebrauchs-Musik bei anonymen Produzent*innen aus aller Welt bestellt.


ÄHNLICHE ARTIKEL

Sexualität und Rassismus: Wie rückständig ist „Bridgerton“ wirklich?

Warum bedient sich eine Serie wie „Bridgerton“ einem progressiven Narrativ, um es dann aber nicht konsequent umzusetzen? Eine Analyse.

Unsere Geheimtipps: Diese Bedroom-Pop-Alben solltet Ihr kennen

Bedroom Pop hat sich als Versprechen an junge Künstler*innen, mit wenig Equipment aus dem Jugendzimmer heraus erfolgreich werden zu können, zu einem prägenden Genre der Generation Z entwickelt. Und das ist längst mehr als „nur“ in viel Hall verpackte Teenage Angst, weiß Friedrich Steffes-lay. Hier kommen noch ziemlich unbekannten Empfehlungen.

Dünne Höhenluft, noch dünnere Handlung: Die Serie „Into The Night“ auf Netflix

Fasten your seatbelts: In „Into The Night“, der ersten Netflix-Serie aus Belgien, fliegt eine Passagiermaschine durch die Dunkelheit. Einziges Ziel: dem Tod durch Sonneneinstrahlung zu entgehen. Das absurde Endzeitszenario wird leider holprig erzählt und verliert sturzflugartig an Spannung. Auch eine gute Besetzung rettet das Sci-Fi-Thrillerdrama nicht vor der Bruchlandung.


Arabische Musik: Mit diesen zehn Top-Artists erweitert Ihr Euren Horizont
Weiterlesen