Sleaford Mods Spare Ribs


Rough Trade/Beggars/Indigo (VÖ: 15.1.)

von

Was haben die Sleaford Mods eigentlich während des Lockdowns so getrieben? Zuerst nicht viel. Dann gab es zumindest ein elfminütiges Live-Lockdown-Video. Doch nun sind Jason Williamson und Andrew Fearn zurück im Gift-und-Galle-Modus. SPARE RIBS rechnet mit dem britischen Katastrophen-Management in der Krise und krankhaft-kapitalistischen Entwicklungen ab, bringt aber auch ein paar interessante Neuerungen in Stellung.

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Es bleibt eben doch nicht alles immer beim Alten im Primitive Punk. Feine, jawohl feine Klangvariationen durften schon auf den letzten Alben ausgemacht werden, hier kommen zwei neue Stimmen hinzu. Auf „Mork’N’Mindy“ ist das Sängerin Billy Nomates, die den Fearn-Beats ihren 2020er Blues ins spärliche Gerippe drückt: „You go too high too low / It doesn’t make a difference I know“. Mit „Nudge It“ kommt die Australierin Amy Taylor, hauptberuflich Punk-Chanteuse, ins Spiel – volle Bass-Drum, Nonstop-Piano-Gehämmer, obendrauf ein Rap-Crashkurs über das Reimen (für die Kohle, für den Ruhm), kurze Abrechnung mit dem Gangster-Gehabe.

An den elektronischen Details hat Fearn effektvoll geschraubt, das in „Elocution“ könnte eine Melodica sein, der Track „Out There“ kriegt sogar Swing. Und die 43-sekündige Eröffnung „The New Brick“ holpert über ein Analogsynthie-Motiv, aber Williamson pöbelt sich trotzdem in Laune: „And we’re all so Tory tired / And beaten by minds so small“. SPARE RIBS ist der kommentierte Soundtrack zum Hirnriss der Herrschenden, und damit wäre dann doch wieder alles beim Alten.

„SPARE RIBS“ im Stream hören:


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