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Sophia Holding On / Letting Go


The Flower Shop Recordings/Cargo (VÖ: 21.8.))

von

Die einzige Konstante bei Sophia heißt Robin Proper-Sheppard. Er ist das Mastermind, SĂ€nger, Songwriter und Multiinstrumentalist der Band, die immer mehr ein Projekt war. Und somit stark abhĂ€ngig von Sheppards schwankenden Stimmungen. So geht das seit der GrĂŒndung im Jahre 1995, so verhĂ€lt es sich auch auf HOLDING ON / LETTING GO, das sich wieder in den Gefilden Indie, Dream Pop, Postrock und dunklem Slowcore bewegt.

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Dort kommt es zu elektrischen Eruptionen und akustischen Feinheiten, dort tauchen auch elektronische Elemente auf, und es kann sehr laut, fast metallisch („We See You“) werden, aber eben auch sehr leise. Der amerikanische Wahlberliner nimmt einen mit auf eine GefĂŒhlsachterbahn, mal wieder mit fast komplett neuer Mannschaft, diesmal mit drei Belgiern. Erstaunlich, wie es der KapitĂ€n dabei schafft, seine musikalische IdentitĂ€t zu bewahren.

Viele Keyboards sind diesmal dabei, die Streicher rĂŒcken dafĂŒr in den Hintergrund und so sorgt postrockender Prog („Strange Attractor“, „Wait“) fĂŒr wunderbare Momente, taucht mit „Undone. Again“ ein Song auf, den man so mal gerne wieder von Death Cab For Cutie hören wĂŒrde. Sehr aus dem Rahmen fĂ€llt „Alive“, ein schleppendes StĂŒck, das Terry Edwards (Nick Cave, PJ Harvey) und seinem Saxofon gehört. Aber was wĂ€re HOLDING ON / LETTING GO  ohne zĂ€rtliche Balladen wie „Gathering The Pieces“ und „Avalon“? Sie stemmen sich mit anmutigem Singer-Songwriter-Folk gegen den elektrischen Rock und alles verschmilzt.


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