Sparkling I Want To See Everything


Vitamin A/Soulfood (VÖ: 23.8.)

Gerade mal vier Töne auf dem Synthesizer, dann ist Levin Krasel voll und ganz bei sich und diesem Song: „Ich möchte alles sehen, ich möchte die Welt sehen“, singt er, während die Keyboards im Phaser-Sound aus reiner Vorfreude zu schmelzen beginnen, das Schlagzeug kommt hinzu, der Synthesizer übernimmt die Bassrolle, und Krasel schickt das Thema dieses ersten Songs auf dem ersten Album seiner Band noch mehrmals auf Englisch und Französisch hinterher. Damit’s keiner verpasst: Sparkling wollen die ganze Welt.

Die 4-Track-EP „This Is Not The Paradise They Told Us We Would Live In“ vor drei Jahren war so ein Junge-Männer-haben-Wut-und-gehen-im-Indie-Rock-steil-Ding, I WANT TO SEE EVERYTHING schießt jetzt weit über die stilistische Spur hinaus und öffnet den Songs neue Türen zum Elektro-Pop. So eine Entwicklungsphase ist an sich keine Weltneuheit, aber im Kontext von Spark-ling eine kleine Überraschung. Das Kölner Trio durchpflügt seine Roots mit Maschinen aus diversen Bauklassen und Zeiten (Korg MS-20, Moog Sub Phatty, Wurlitzer-E-Piano) und stellt seine Tracks mit memorierbaren Melodien auf „Shift“.

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Hin und wieder erinnert das an Coloma, die tollste britische Kölner Band der Welt, und ganz konkret war mit Andy Ramsay (Stereolab) auch ein Brite an der trockenen Produktion beteiligt. Sparkling haben ja schon als Youngster-Krauts in London gespielt, jetzt schicken sie die Gitarren von der Insel in die deutschen- Elektrobaukästen. Dieses Beatbox-Synthie-Intermezzo und die verfremdeten Gesänge ziehen einen Track wie „Alive“ ein Stück weit weg vom Indierock, „We Don’t Want It“ treibt’s gar in Richtung elektronischen R’n’B.

Sparklings neues Album „I WANT TO SEE EVERYTHING“ im Stream hören:


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