Stefan Goldmann  Tacit Script 


Macro/WordAndSound  (VÖ: 5.4.)

Wir werden nicht müde, eine Lanze für Stefan Goldmann zu brechen. Der Berliner Komponist und Produzent ist ein Klangforscher, der nicht nur die hintersten Ecken der elektronischen Musik ausleuchtet, sondern auch ihre Grenzen verschiebt. Auf TACIT SCRIPT tut er das, indem er die Oktave, die Grundlage der meisten westlichen Musikarten, negiert und mikrotonale Klangräume erschafft.

Das neue Stefan-Goldmann-Album „TACIT SCRIPT“ bei Amazon.de kaufen

Das Album ist die Überarbeitung der Musik, die Goldmann als Auftragswerk für das fünfstündige Musiktheaterstück „ALIF“ komponiert hat, das 2016 beim Maerz-Musik-Festival in Berlin uraufgeführt wurde. Ähnlich wie Actress erzeugt auch Goldmann Musik mit den Mitteln des Techno, die aber eine gänzlich andere Wirkung entfaltet. Er touchiert nicht nur, sondern überschreitet häufig die Grenzen zur Neuen Musik.

In manchen dieser Tracks stehen Tonalität und Atonalität in Mikrosequenzen friedlich nebeneinander. Und „Covert Bias“ zeigt dann, wie funky ein experimenteller Track klingen kann, dem ein paar Störgeräusche untergejubelt werden. Wir bezeichnen diese Musik dennoch als Techno, sei es nur, um zu betonen, welche ungenutzten Möglichkeiten in dem vermeintlich aus-erzählten Genre stecken. 


ÄHNLICHE KRITIKEN

Vampire Weekend :: Father Of The Bride 

Die Amerikaner haben ihre Popsongs auf Folk- und Countrynährböden gedeihen lassen und mit Prog und Barock abgeschmeckt. 

Von Wegen Lisbeth :: sweetlilly93@hotmail.com 

Lass-ruhig-laufen-Deutschpop, zu dem sich prima mit dem Segway zum Späti oder gleich direkt in die Hölle fahren lässt.  

Fuzzman :: Hände weg von Allem 

Viva la Widerspruch! Neues vom österreichischen Indie-Chansonnier. 


ÄHNLICHE ARTIKEL

„Special – Ein besonderes Leben“ ist die beste Netflix-Serie seit langer Zeit

Endlich einmal eine Serie über das Leben mit Behinderung, ganz ohne diesen komplett problembehafteten Ansatz und traurig-düsteren Überzug.

Wutausbrüche, Massenauflauf und große Kunst: „Christo – Walking on Water“

Die Doku zeigt einen Künstler und seine Crew kurz vor dem Nervenzusammenbruch, aber auch 20.000 Menschen, die gleichzeitig über’s Wasser laufen.

„Leaving Neverland“: So schlecht fühlt man sich nach der Jackson-Doku

Mit Wade Robson und James Safechuck werden zwei Männer interviewt, die aussagen, sie wären jahrelang von Michael Jackson missbraucht worden. Am 6. April wird die Doku um 20.15 Uhr via ProSieben ausgestrahlt. „Lohnt“ sie sich?


Wutausbrüche, Massenauflauf und große Kunst: „Christo – Walking on Water“
Weiterlesen