Tasha Tell Me What You Miss The Most


Father/Daughter/Cargo (VÖ: 5.11.)

von

Eingerahmt wird TELL ME WHAT YOU MISS THE MOST von „Bed Room 1“ und „Bed Room 2“. Lässt Schlimmes befürchten. Das sich zum Teil auch bewahrheitet. Aber dann doch nicht exakt so, sondern ein bisschen anders, als man denkt. Tatsächlich rückt einem Tasha Viets-VanLear schwer auf die Pelle, man könnte das zweite Album der Musikerin aus Chicago als aufdringlich, ja sogar distanzlos bezeichnen.

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Über ungeschönten, reduzierten, ja nackten Arrangements erzählt sie von dieser Beziehung und von jener, berichtet, warum gelogen und welche Spielchen gespielt wurden, und man denkt, man stünde in einer Party-Küche und überlegt, wie man die Labertasche, die man bis eben nicht mal kannte, nur wieder los wird.

Aber spätestens, wenn Tasha in „Perfect Wife“ erzählt, wie sie sich immer wieder vor der Tür der Angebeteten wiederfindet, während im Hintergrund ein rachitisches Keyboard jammert, sodass die Melodie in ihrer Eingängigkeit fast wie ein Fremdkörper wirkt, und die Hawaii-Gitarre zum Solo ansetzt, dann ist die Stimmung richtig schön drüber „Huh-Huh-Hahaha-Uh-Huh“, geht schließlich der Refrain in „Dream Still“, und das muss man sich erst mal trauen, und irgendwann ist einem die neue Party-Bekanntschaft ziemlich sympathisch geworden.


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