The Claypool Lennon Delirium
THE GREAT PARROT-OX AND THE GOLDEN EGG OF EMPATHY
ATO (VÖ: 1.5.)
Fantasievoller Psych-Prog zweier so prominenter wie zugänglicher Avantgarde-Abenteurer.
Die als Konzeptalbum konzipierte, dritte gemeinsame Album-Veröffentlichung von Primus-Bassist/Sänger Les Claypool und Beatles-Sohn/Multiinstrumentalist Sean Lennon wartet mit einer sympathisch Gaga-Utopien-Geschichte um KI-Kontrolle, Büroklammern sowie dem titelstiftenden Papageien-Ochsen-Paradoxon auf, die ausführlicher in diesem Rezensionsrahmen nicht ansatzweise wiedergebbar ist.
Gut also, dass zumindest das Album mit begleitendem Comic-Büchlein von Langzeit-Kooperateur Rich Ragsdale erscheint. Musikalisch schlägt das federführende, dadaistische Traum-Duo dabei weit weniger über jene stilistischen Stränge, die von Prog und Psychedelia der klassischen Spätsechziger/Siebziger-Prägung vorgegeben werden.
Denn bei allem Spaß an verrückten Ideen (sowie Bass-Läufen im Besonderen) werden vergleichsweise nachvollziehbare Songstrukturen sowie ein gesundes Maß an (Pop-)Melodien zum Glück nicht ausschließlich durch den Kakao gezogen. Anarcho-humorvoll weckt das wortspielverliebte Werk dabei durchaus Erinnerungen an die wirren Welten der beiden tollen Terrys (Gilliam und Pratchett). So ist man fast geneigt zu bedauern, dass der ursprünglich anvisierte, aber an zeitlichem Aufwand und Umfang gescheiterte Plan, aus der Sache einen abendfüllenden Animationsfilm zu machen, letztlich doch in der Tonne gelandet ist. Wobei das Album als schön spinnerter Soundtrack zu einem eben nicht vorhandenen Film eh besser in Bild und Konzept passt.



