The Paper Kites

IF YOU GO THERE, I HOPE YOU FIND IT

Nettwerk/Bertus (VÖ: 23.1.)

Weichzeichnender Patina-Pop, der einen in den Arm nimmt.

Wie hört sich das an, wenn der Lavendel blüht? Wenn der Wind aus einer anderen Richtung weht? Wenn man den Regen abschüttelt? Folgt man „When The Lavender Blooms“, „Change Of The Wind“ und „Shake Off The Rain“, drei der neuen Songs der Paper Kites, dann: wie ein fauler Sonntagnachmittag im Laurel Canyon.

Die Gitarren pluckern akustisch vor sich hin auf IF YOU GO THERE, I HOPE YOU FIND IT, dem siebten Album der Band aus Melbourne, und der Rhythmus kommt nicht aus der Hüfte, vielleicht trödelt auch eine Orgel im Hintergrund, aber die Stimmen schwingen sich auf zu Harmoniegesängen, die abheben und in die Luft steigen und erst wieder in den späten Sixties landen.

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Dieser Patina Pop aus Australien hat sich seit ihrem ersten Hit „Bloom“ von 2010 nicht wirklich weiterentwickelt, ist aber beliebter Gast auf Soundtracks von Serien wie „Grey’s Anatomy“, und wird vermutlich immer dann eingespielt, wenn der Protagonist die Protagonistin in den Arm nimmt nach einer langen Nacht in der Notaufnahme. Der Song dazu heißt dann „Strongly In Your Arms“ und hat so viel Weichzeichner wie die TV Sequenz, die man sich vorstellen kann, aber das ist ja gerade das Tolle, denn wer will schon irritiert, verwirrt oder verunsichert werden, wenn er auch in den Arm genommen werden kann?

Diese Review erscheint im Musikexpress 2/2026.