Rheingold


Lange Zeit sah’s gar nicht so rosig um die Zukunft des Düsseldorfer Trios aus. Nach dem Höhenflug während der ndW-Ktonjunktur („Wir haben uns nie als neue deutsche Welle gesehen“) gings 1982 plötzlich in die Talfahrt. Bodo Steiger, Brigitte Kunz und Lothar Manteuffel zogen sich aus dem musikalischen Tagesgeschehen zu rück. Klausur-Tagung.

„Wir mußten’eine Pause machen“, versichert Rheingold-Kopf Bodo Staiger. „Auch als Reaktion auf alles Vorgefallene. Wir haben innerhalb von anderthalb Jahren zwei Alben rausgebracht, ohne daß man wußte warum. Damals war’s Wurscht, was für Musik drauf war. Es war in der Zeit, wo alles Deutsche bejubelt wurde. Wenn du da eine gute Scheibe hattest, war’s egal, ob die nächste’genauso gut war. “ Staiger & Co. suchten Abstand und versuchten, den „eigenen Standpunkt in dem ganzen Gewühl wiederzufinden.“ Ein eigenes Studio wurde eingerichtet, und Autodidakt Staiger schaffte sich in monatelanger Arbeit die moderne Computer-Technik drauf.

Diskussionen über eine mögliche radikale Veränderung standen natürlich im Raum. „Da gibt’s aber immer zwei Seifen“, meint Staiger.

„Einmal die Überlegungen bei mir, etwas anderes zu machen, und dann die Überlegungen bei uns.“ Demokratisches Gruppenverständnis? „Jeder kann efwas anderes machen, aber Rheingold nicht. Ich möchte mit Rheingold einem Sound relativ treu bleiben. Das ist das, was ich auch als meine Sache gefunden habe.“ Letztjährliche Abstecher für eine Rockabilly-Filmmusik sind für Staiger vielmehr Ausgleich als Neu-Orientierung: „Das hat einfach Spaß gemacht.“ Haupt-Aspekt seiner musikalischen Tätigkeit bildet nach wie vor Rheingold. Der Versuch, den typischen Sound des Studio-Projektes zu erweitern und voranzutreiben, kann für die neue LP DISTANZ in einigen Songs als wirklich geglückt bezeichnet werden.

Positiv sieht Rheingold auch den ersten Live-Konzerten entgegen, die für dieses Jahr geplant sind. Für’s Bühnen-Debüt ist aber ekine herkömmliche Tour im Gespräch. Wir wollen keine 15 Tage Dauerstreß. Kleine Hallen, lieber mal zwei Tage vor 500 Leuten als einmal in einem leeren Riesen-Schuppen. Außerdem gehts’s um einen perfekten Sound und billigere Eintrittspreise als augenblicklich üblich.“ Abwarten!