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Sam Shepard ist tot – der Schauspieler und Pulitzer-Preisträger starb an den Folgen von ALS

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Er spielte in „Days of Heaven“ und „Black Hawk Down“, er schrieb Drehbücher für Wim Wenders und tüftelte an Texten mit Bob Dylan. Als Regisseur inszenierte er „Far North“ und für sein Theaterstück „Vergrabenes Kind“ erhielt er den Pulitzer-Preis. Sam Shepard war einer der talentiertesten Autoren und Filmemacher der vergangenen Jahrzehnte. Nun ist er im Alter von 73 Jahren gestorben.

Ein Sprecher der Familie Shepard bestätigte verschiedene Medienberichte, der Künstler starb an den Folgen seiner ALS-Erkrankung in seinem Haus in Kentucky. Shepard hinterlässt drei Kinder, seine letzte Kinorolle spielte er in „Midnight Special“, der 2016 in Deutschland zu sehen war.

Shepard mit seinem Kreativ-Partner Wim Wenders in Cannes

Mit einem Wander-Theater (The Bishop Company) tourte Shepard in den 1960ern durch die USA, bis es ihn nach Nach York verschlug. Dort jobbte er als Kellner in einer Jazz-Bar, bevor seine geschriebenen Theaterstücke durch die Hilfe einer Bekanntschaft auf immer mehr Bühnen der Stadt aufgeführt wurden. 1967 wurde sein Stück „La Turista“ mit einem ersten Preis ausgezeichnet, den renommierten Pulitzer-Preis bekam er 1979.

Zuletzt spielte er in der Netflix-Serie „Bloodline“

Parallel dazu war Shepard bereits in der Filmindustrie tätig. Mit Regie-Phantom Terrence Malick drehte 1978 „In der Glut des Südens“, 1984 verfilmte Wim Wenders das Shepard-Drehbuch „Paris, Texas“ und gewann damit die Goldene Palme in Cannes. 14 Jahre davor schrieb er schon die Vorlage für Antonionis Klassiker „Zabriskie Point“. Als Schauspieler für den Oscar nominiert wurde Shepard für die Rolle des Chuck Yeager in „The Right Stuff“ (1983).

Eine seiner einprägsamsten Rollen spielte er 2005 unter Wim Wenders in „Don’t Come Knocking“, bevor er sein Gesicht und seine Starpower nutzte, um Indie-Perlen zu mehr Aufmerksamkeit zu verhelfen. So hatte er Parts in „Mud“, „Killing them Softly“ und „Im August in Orange County“. Shepard spielte gern harte, gegerbte Typen. Zuletzt in der Netflix-Serie „Bloodline“, die für drei Staffeln auf dem Streaming-Dienst lief.

Carlo Allegri Getty Images

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