Schon wieder ein Shitstorm gegen Gap – zu Recht?

von

Der US-amerikanische Moderiese Gap ist mal wieder ins Fettnäpfchen getreten: In der neuen Werbekampagne der Kinderkollektion scheint das Label nicht davor zurückzuschrecken Kindern festgefahrene Stereotypen aufzudrücken. Die Werbung spielt mit Klischees, Rollenerwartungen und zeigt, dass Sexismus bereits bei Kleinkindern suggeriert werden kann.

Denn wenn es nach Gap geht, sind Jungs dafür prädestiniert besonders intelligent zu sein. Warum sonst befindet sich auf dem Jungs-T-Shirt ein Konterfei Albert Einsteins, das angepriesen wird mit „The Little Scholar. Your future starts here.“ (dt.: „Der kleine Wissenschaftler. Deine Zukunft beginnt hier.“)? Im Übrigen heißt es nicht „Einstien“, wie auf dem Shirt in Versalien gedruckt steht, sondern „Einstein“. Mädchen als „Social Butterfly“ zu bezeichnen soll wohl darauf hinweisen, dass eine besondere Fähigkeit der Damenwelt darin liegt, sozial zu sein und zu schnattern – wahrscheinlich über (Mode-)Marken oder Shirts.

Das helle, mit einem rosafarbenen „G“ gekennzeichnete Shirt könnte glatt für Gesprächsstoff auf dem Spielplatz sorgen, denn wie wir alle wissen schwadronierten Mädchen in Sandkästen seit Urzeiten wie folgt: „Oh my Gosh. Hast du gesehen was Polly letztens getragen hat? Das war ja so 2014!“, „Ursula ist noch viel schlimmer. Sie hatte den einen Pullover zum zweiten Mal an!“ Weil so eine Stereotypisierung nicht gerade dem heutigen Weltbild entspricht, folgte in den sozialen Medien prompt ein Shitstorm:

Schlechte Publicity ist ja bekanntlich auch Publicity – legt es Gap etwa auf solche Provokationen an? Im April 2016 sah sich die Marke bereits massiver Kritik ausgesetzt. Damals zeigte Gap Kampagnenbilder für ihre Kinderkollektion, auf denen sich ein junges Mädchen mit heller Hautfarbe auf dem Kopf eines kleineren Mädchens mit dunkler Hautfarbe abstützt. Auch das kam in den sozialen Netzwerken überhaupt nicht gut an:


Shirin David rappt aus der Perspektive eines Fans über sich selbst – „Schlechtes Vorbild“
Weiterlesen