Selbst ist der Mann: Frank Black setzt auf Handgemachtes

Ein gern gesehener Gast in den Hotelbars dieser Welt, ein Schleckermaul vor dem Herrn: Wenn Frank Black zwecks Tour oder Interviews wieder einmal eine Reise tut, gibt es einiges zu erzählen. Zum Beispiel das: im Champagnerrausch greifen Frank und Freundin zum Rasierapparat und machen kurzen Prozeß mit Franks Frisur. Ergebnis: eine dekorative Glatze.

Beim Interview knarrt Franks Stuhl gewaltig: „Das passiert mir ständig“, grinst der Dicke, „ständig mache ich Stühle kaputt.“ Wenn’s nur Stühle sind. Solange der Mann, der früher der Pixie Black Francis war, mit seinem aktuellen Album die Vorstellungen der Fans nicht kaputtmacht, ist doch alles okay. Mr. Black war doch schon immer ein gerissener Epigone… „Es gibt nichts Neues mehr in der Popkultur, nur noch die Neukombination alter Ideen“, ist Black überzeugt. Auf ‚The Cult Of Ray‘ hat er erstmals alles selbst in die Hand genommen, selbst produziert. „Ich wollte alles möglichst einfach halten: mit einem kleinen Team arbeiten, möglichst wenig Geld ausgeben.“ Das hört man der Platte aber glücklicherweise nicht an.

Große Stücke hält Black übrigens auf seinen neuen Gitarristen Lyle Workman: „Wir waren alle im Studio, als Lyle plötzlich verschwunden war. Schließlich haben wir ihn in einem Proberaum gefunden, wo er alleine mit seinem Gitarre stand, und diese seltsamen, faszinierenden Geräusche produzierte. Er spielt wirklich sehr experimentell.“

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