Seven Mary Three

„This is a cool place!“ lobt Frontmann Jason Ross den Veranstaltungsort. Und recht hat er. Das Loft bietet alle Voraussetzungen für schweißtreibende Gigs: Ein neugieriges Stammpublikum und die unmittelbare Nähe zur Bühne. Daß heute Abend die US-College-Rocker Seven Mary Three auf dem Programm stehen, lockt immerhin 150 Fans in den Kultschuppen. 21 Uhr: Jason fährt wie ein Metzger durch die ersten Akkorde des Debütalbums ‚American Standard‘. Obwohl er vom Jetlag noch ein wenig abgekaut wirkt, bestätigt er stimmlich schon beim Opener ‚Water’s Edge‘ den Ruf, der ihm über den großen Teich vorauseilt: Gestus und Stimme stehen in eindeutiger Seelenverwandtschaft zu Live-Frontman Ed Kowalczyk. Doch im Gegensatz zu Kowalczyk ist Ross in den Pausen nicht mit plötzlicher Stummheit geschlagen. Er spricht zum Publikum, so daß sich das Set zunehmend zur One-Man-Show entwickelt. Die Band bereitet artig den Sound für die dramatische Inszenierung des Frontmans. Bassist Daniel, Drummer Khalsa und Gitarrist Pollock mauern ein solides Fundament. Gegen Ross‘ ruppig-herzliche Art muß der Rest der Band farblos bleiben. Dennoch: das kreative Potential von Seven Mary Three ist am heutigen Abend genauso erkennbar, wie die Tatsache, daß das Quartett musikalisch noch recht schlicht besaitet ist. Doch die Energie stimmt, da kommt in der leeren Halle zeitweise sogar so etwas wie Stimmung auf. Nach 60 Minuten ist – mangels eigenem Songmaterial – Schluß. Und als Zugabe gibts mit ‚Fortunate Son‘ ein CCR-Cover und danach eine Autogrammstunde am Bühnenrand. Das macht die Jungs nun vollends sympathisch.

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