Soulwelle nur Bächlein

Die Zeit der großen, massenwirksamen Musiktrends sei für immer vorbei, unken Poptheoretiker gern. Mag sein, dafür gibtesimmeröfter „heimliche“ Mini-Trends. Über den Ursprung dieser munteren Bächlein abseits des Pop-Hauptstroms kann man mitunter nur rätseln. So sprudelt seit einiger Zeit etwa der gute alte Motown-Soul mit seiner Erfolgsformel „Funky Groove + knackiger Refrain + sexy Frauenchor + strammes Gebläse = Hitgranate“ in Gestalt junger weißer Frauen wie Joss Stone, Amy Winehouse und jüngst Dufry und Adele aus England fröhlich in die europäischen Charts. Mit mehr als nur . einem Hauch Anlehnung an die britische Soulpop-Diva der Sixties, Dusty Springfield.

Hat es mit ihnen zu tun, dass sich Ex-Texas-Sängerin Sharleen Spiteri zum Start ihrer Solo-Karriere als elegante Neo-Soul-Lady positioniert? Und nun auch ein einstiger Electronica-Champion (Super_Collider) wie der in Berlin lebende Kanadier Jamie Lidell mit stilgetreuen Motown-Hommagen aufwartet? Und in New York Acts wie der junge Crooner Eli „Paperboy“ Reed oder die farbige Sängerin Sharon Jones mit ihren Dapkings der Soul-Nostalgie frönen?

Interessant: Das Publikum, das all die Retro-Souler erreichen, ist vornehmlich weiß.

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