Spandau Ballet, Hamburg, Sporthalle


Tolles Licht! Selbst wer Spandau Ballet und ihren frisch gewaschenen, blütenweißen Soul-Pop nicht gerade für das absolute Nonplusultra an Emotionalität hält, mußte zugeben, daß sie ihn immerhin optimal verkaufen. Keine Sekunde ihrer opulenten 90-Minuten-plus-Zugaben-Show, die nicht die Sehnerven wohlig kitzelte. Die ganze Breite des Spektrallichts, von coolen Schwarzweiß-Effekten bis hin zum Rundumschlag in allen Smarties-Farben war vertreten, und nicht nur Füllhorn-technisch verschüttet, sondern brillant inszeniert. Da knallten die Spots, da rotierten die Lichtdome, daß die Lähmung, die sich meist nach 30 Minuten Perfekto-Pop sacht einstellt, bei den Spandauern ausblieb.

Hinter ihnen war eine monströse Leinwand gespannt, allerdings nicht, um etwa hochintellektuelle Kurzfilme und Dias einzublenden, sondern als Verkleidung für zahllose Farblichter, mit denen sich dann graphische Effekte erzielen ließen. Das alles, von Kirmesbunt bis zu intimem Pastell, hielt die Aufmerksamkeit am Kochen, daß man zuweilen

durchaus die Blicke vom Showman Tony Hadley abwandte, der sich, mit seiner freundlich-verbindlichen Freddie Mercury-Variante willig den Lichtverhältnissen anpaßte.

Angereichert durch zwei Background-Sängerinnen und einen Keyboarder, exekutierten Spandau Ballet ihr Programm mit der Perfektion, die man vom Konzert einer ultraerfolgreichen Pop-Band ihres Kalihers erwarten darf. Livefeeling ist da ein Posten der Kalkulation, gerinnt zu Pseudo-Dialogen mit dem Publikum, aufs emotionale Knöpfchendrücken, das. obwohl tausendmal berührt, jedesmal passiert.

Konzept ging über alles, ein klares, peinlich genau durchgezogenes – dafür muß man den Jungs vom Ballet Beifall zollen. Das, wozu sie ausholten, wurde erreicht, und obwohl die Alsterdorfer Sporthalle alles andere als ausverkauft war, hielt der Spannungsbogen. hatten die Fans eine nette Party, brandete der Jubel entsprechend. Hardworking people auf der Bühne, die ihren Job verstehen – und höchstwahrscheinlich sogar lieben.