„Stranger Things“-Finale bringt Kinos über 25 Millionen US-Dollar ein
Das Netflix-Serienfinale „Stranger Things" spielte an Silvester und Neujahr über 25 Millionen Dollar in US-Kinos ein – fast nur durch Snackverkauf statt Tickets.
Das Finale der Netflix-Erfolgsserie „Stranger Things“ hat zum Jahreswechsel für außergewöhnliche Umsätze in den Kinos in den USA gesorgt. An Silvester und Neujahr flossen deutlich über 25 Millionen Dollar in die Kassen der Kinobetreibenden, möglicherweise sogar bis zu 30 Millionen Dollar. Bemerkenswert ist dabei, dass diese Einnahmen nicht aus dem Ticketverkauf stammen, sondern fast ausschließlich aus dem Verkauf von Snacks und Getränken – ein für die Branche ungewöhnliches, aber lukratives Modell.
Gutscheine statt Eintrittskarten
Wie aus Berichten von „Deadline“ hervorgeht, war diese Konstruktion notwendig, da die Kinos aufgrund vertraglicher Tantiemenregelungen mit den Darstellenden keine Eintrittskarten für die Netflix-Veranstaltung verkaufen durften. Stattdessen wurden Sitzplätze über verpflichtende Gutscheine für Essen und Getränke reserviert. In den US-Kinos von „AMC“, der größten Kinokette des Landes, kostete ein solcher Gutschein 20 Dollar pro Sitzplatz.
1,1 Millionen Platzreservierungen im Vorverkauf
Die letzte Folge der fünften Staffel von „Stranger Things“ lief in mehr als 620 Kinos. Bereits zwei Tage vor dem Start gaben die Serienschöpfer:innen, die Duffer-Brüder, bekannt, dass rund 1,1 Millionen Tickets – beziehungsweise Platzreservierungen – verkauft worden seien. Damit übertraf das Event sogar den Vorverkauf für „K-Pop Demon Hunters“, das Ende August mit etwa 700.000 Zusagen in den Kinos startete und letztlich rund 19 Millionen Dollar einspielte.
Inoffizieller Nummer-eins-Hit an den Kinokassen
Branchenbeobachter:innen werten das „Stranger Things“-Finale als eine Art inoffiziellen Nummer-eins-Hit an den Kinokassen – auch wenn es sich streng genommen um Gastronomieumsätze handelt, die vollständig bei den Kinobetreibenden verbleiben. Für diese ist das Modell besonders attraktiv, da keine Umsatzbeteiligung an ein Filmstudio abgeführt werden muss. Die Kinobranche hofft seit Langem auf ein stärkeres Engagement von „Netflix“ im Bereich der Kinoveröffentlichungen. Das „Stranger Things“-Finale gilt dabei als vorsichtiges Friedensangebot. Netflix-Co-CEO Ted Sarandos hatte sich zuletzt widersprüchlich zum Thema Kinostarts geäußert. Während er nach dem Erfolg von „K-Pop Demon Hunters“ noch betonte, Streaming habe Priorität, versicherte er später, Filme von Warner Bros. künftig innerhalb branchenüblicher Zeitfenster in die Kinos zu bringen. Offizielle Zahlen zu Einspielergebnissen veröffentlicht Netflix weiterhin nicht.







