2. Staffel „Tote Mädchen lügen nicht“: Netflix warnt Zuschauer vor jeder Episode

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Im Frühjahr 2017 veröffentlichte Netflix die Eigenproduktion „Tote Mädchen lügen nicht“ („13 Reasons Why“), mit dem Erfolg des Selbstmord-Dramas rechnete aber sehr wahrscheinlich auch das Unternehmen selbst nicht. Die Zugriffswahlen auf die erste Staffel der Serie waren überragend hoch, die Diskussionen im Internet und anderen Medien dauerpräsent. Doch die Debatte um die Serie ging teilweise in eine Richtung, die den Machern von „Tote Mädchen lügen nicht“ nicht gefallen konnte. Netflix wurde vorgeworfen, mit der Serie Selbstmord zu romantisieren und zu verherrlichen.

In der für ein Publikum im Teenager-Alter ausgerichteten Sendung hat sich ein Mädchen, Hannah, das Leben genommen, Mobbing und eine Vergewaltigung waren Gründe dafür. Sie hinterlässt Kassetten, auf denen sie Mitschülern die Geschichten erzählt, die zu dem Selbstmord geführt haben. Und löst damit gleich noch eine weitere Katastrophe aus, die in der bald startenden zweiten Staffel thematisiert wird.

Die Serie soll Teenager zum Selbstmord angestiftet haben

Mit einer drastischen Vergewaltigungsszene, die in der vorletzten Folge der ersten Staffel zu sehen war, haben viel Zuschauer nicht gerechnet. Es hagelte Beschwerden, Netflix führte für zwei der 13 Episoden eine Warntafel ein und wies auf die harten Szenen hin. Bei der zweiten Staffel will sich der Streaming-Dienst aber auch gegen die Vorwürfe absichern, die Show gehe zu unbesorgt mit dem Thema Selbstmord um. In Deutschland wurden ebenfalls Selbstmordabsichten zweier Schülerinnen der Serie zugeschoben (hier geht es zur damaligen Meldung). 

Nach der Ausstrahlung der ersten Episoden formierten sich 2017 Verbände, die sich gegen „Tote Mädchen lügen nicht“ aussprachen und sogar Merkzettel mit Themen veröffentlichten, die Eltern mit ihren Kindern nach dem Anschauen der Sendung besprechen sollten:

Als Reaktion auf die Debatte wird Netflix bei der Ausstrahlung der zweiten Staffel eine Warntafel vor jeder einzelnen Episode ein kurzes Video zeigen. In diesem weisen Teile des Ensembles nicht etwa auf explizite Szenen hin, sondern warnen direkt vor der gesamten Serie. „Die Sendung könnte nicht gut für dich sein“, soll es laut den Produzenten darin heißen. Dylan Minnette, Katherine Langford, Justin Prentice und Alisha Boe werden in dem Warnvideo nicht ihre Figuren aus der Serie verkörpern, sondern schlichtweg als junge Schauspieler zu den Zuschauern sprechen.

Der gesamte (frei übersetzte) Text der Warnung lautet wie folgt:

„Die Sendung behandelt Probleme aus dem echten Leben. Wenn du selbst von diesen Problemen betroffen bist, dann könnte die Sendung nicht gut für dich sein. Oder du schaust sie lieber mit einem Erwachsenen, dem du vertraust.“

Ein Starttermin für die zweite Staffel der Serie ist noch nicht offiziell bekannt. Mit einer Ausstrahlung wird noch im Frühling gerechnet. Die wichtigsten Netflix-Neuheiten für den Monat April haben wir für Euch allerdings schon zusammengetragen.


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