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„Tote Mädchen lügen nicht“ soll Schuld am Selbstmordversuch zweier Schülerinnen haben

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Die Serie „Tote Mädchen lügen nicht“ ist die kontroverseste Produktion seit Jahren. Seitdem das Suizid-Drama im März auf Netflix gestartet ist, es heftig diskutiert und auch kritisiert. In „13 Reasons Why“, so heißt die Serie im Original, hinterlässt die verstorbene Hannah eine Reihe von Kassetten, auf denen sie verschiedenen Personen die Gründe für ihren Selbstmord erklärt.

Der Bruch mit der besten Freundin ist einer davon, ein falsches Foto in einer WhatsApp-Gruppe ebenfalls. Am Ende die Katastrophe: Das Mädchen wird Opfer einer Vergewaltigung und findet keinen Halt mehr im Leben. „13 Reasons Why“ kommt zwar in der Aufmachung einer Teenie-Serie daher, ist aber deutlich ambivalenter als Genre-üblich. Deshalb haben verschiedene Gesundheitsorganisationen bereits Warnungen an Eltern und jüngere Zuschauer ausgesprochen, dazu wurde empfohlen, bestimmte Punkte nach dem Anschauen mit den Eltern oder Vertrauten durchzusprechen. Netflix warnt vor einigen Episoden der Serie vor drastischen Bildern und Inhalten, jüngere Zuschauer könnten überfordert werden.

Geplanter Selbstmordversuch in der Schule

Eine Meldung der „Passauer Neue Presse“ dürfte die Debatten um die Serie nun weiter anheizen. Wie die Zeitung in ihrer Online-Ausgabe am Freitag berichtet, soll die Netflix-Serie zwei Schülerinnen zu einem geplanten Selbstmordversuch inspiriert haben. Die 13 Jahre alten Mädchen planten mutmaßlich einen Suizid auf der Toilette ihrer Schule, zu dem es glücklicherweise aber nicht kam.

Der Vorfall ereignete sich in Bad Ischl in Oberösterreich. Auf Nachfrage der Zeitung mutmaßt Karl Steinparz, ein Vertreter vom Landesschulrat, dass die Mädchen nur Suizidgedanken entwickelt hätten, weil sie die Netflix-Serie angeschaut hätten. Die Logik von Steinparz scheint in diesem Fall aber etwas simpel: Die Mädchen wurden laut ihm nicht gemobbt und hatten keine besonders schlechte Noten. Steinparz sagte der Zeitung, die Serie bleibe als einziges Motiv für einen Selbstmordversuch übrig. Ob er selbst die Serie gesehen hat, geht aus dem Artikel nicht hervor.

Netflix wird „Tote Mädchen lügen nicht“ trotz oder gerade wegen der Kontroversen um eine zweite Staffel verlängern. 2018 kommen neue Episoden, die an die bisher gezeigte Handlung anschließen werden.

Wer Suizidgedanken hat, sollte sich an vertraute Menschen wenden. Oft hilft bereits das Sprechen dabei, die Gedanken zumindest vorübergehend auszuräumen. Wer für weitere Hilfsangebote offen ist oder sich um nahestehende Personen sorgt, kann sich – auch anonym – an die Telefonseelsorge wenden: Sie bietet schnelle Hilfe an und vermittelt Ärzte, Beratungsstellen oder Kliniken unter der Nummer 0800/111 01 11.

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