Trailer zur Serie „Hawkeye“: Starker Auftritt von Kate Bishop

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Lange Zeit war das Marvel-Kino-Universum MCU eine eher ernste Angelegenheit. Klar, den ein oder anderen Witz gab es hier und da – und wir sollten auch niemals vergessen, dass der große „Howard, the Duck“ Teil des Marvel-Universum ist. Aber dennoch brauchte es seine Zeit, bis man das richtige Maß aus Punchlines und Punches gefunden hatte – diesen erleichternden coolen Gag, die Situationskomik inmitten der Action, die Sidekicks, die im richtigen Moment Pathos und Ernst sabotieren. Diese Entwicklung kann man mögen oder nicht – immerhin hat Christopher Nolan mit seiner „Batman“-Triloge ja auch bewiesen, dass Comicverfilmungen bierernst und todesdunkel sein können. Trotzdem haben in den letzten Jahren viele Marvel-Filme vor allem durch ihre Leichtigkeit gepunktet. Auf diese Weise hat man Thor den Stock aus dem Arsch operiert, „Black Widow“ cooler und selbstbestimmter gemacht, die Überheldin „Captain Marvel“ geerdet und „Loki“ auf herrliche Weise durchs Multiverse-Gaga-Land gejagt. Und man hatte bei „Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings“ nicht zuletzt dank Awkwafina einen Heidenspaß.

Nun schickt sich anscheinend mit Hawkeye ein weiterer Charakter an, seine immer schon vorhandene, lustige Seite auszuloten. Davon zeugt zumindest der frisch veröffentlichte Trailer zur Serie „Hawkeye“, die Ende November auf Disney+ beginnen und zu Weihnachten enden wird. Darin sieht man Jeremy Renners Clint Barton a.k.a. Hawkeye beim slapstick-artigen Kühlen eines blauen Auges, man sieht Szenen aus der Broadway-Show „Rogers – The Musical!“, man kracht mit Hawkeye in einen riesigen Weihnachtsbaum und man erlebt ein amüsantes Hin und Her zwischen Hawkeye und einer Marvel-Heldin namens Kate Bishop, die mit Hailee Steinfeld perfekt besetzt scheint. Steinfeld feierte ihren Durchbruch als Teenagerin in der Rolle der Mattie im Coen-Brüder-Klassiker „True Grit“. Seitdem sah man sie zum Beispiel beim Remake von „3 Engel für Charlie“, in der Serie „Dickinson“, als Charlie in „Bumblebee“ und als Emily Junk in „Pitch Perfect“ Teil 2 und 3. Wo sie gut reinpasste, denn Musik macht sie bei all dem auch noch. Zuletzt erschien 2020 ihre sehr poppige EP HALF WRITTEN STORY:

Steinfelds Rolle in „Hawkeye“ dürfte weit mehr sein als die des Sidekicks. Denn Kate Bishop ist in der Welt der Comicbücher die erste Frau, die den Namen „Hawkeye“ annahm. Ihren ersten Auftritt hatte sie 2005 im ersten Band der von Allan Heinberg und Jim Cheung konzipierten „Young Avengers“-Reihe. Sieht man hier also quasi die Nachfolgerin von Renners Hawkeye, der ja seine Rente inzwischen mehr als verdient hat? Es wäre wünschenswert.

Kate Bishop a.k.a. Hawkeye
Kate Bishop a.k.a. Hawkeye

Die Handlung setzt nach den Geschehnissen in „Avengers: Endgame“ ein. Hawkeye freut sich auf ein Weihnachten mit der Familie – das nicht so recht klappen will. Der Trailer macht dabei recht deutlich, dass die Sache mit Weihnachten zu einer Art Running Gag werden könnte. Harte „Versprochen ist versprochen“-Vibes also? Vielleicht gar ein Gag über „Turbo-Man“? Wir wissen es nicht.

Was wir aber wissen: Der Trailer macht durchaus Laune. Und weckt die Vorfreude auf ein starkes Debüt von Kate Bishop, die man nicht zu unrecht mal „die beste Bogenschützin der Welt“ nannte und die von den Fans der Hefte sehr geliebt wird.

P.S.: Und weil es schön zur passt, hier noch ein letzter Beweis, der Renner schon immer richtig lustig sein konnte – was er dann aber als Gast bei „Saturday Night Live“ ausleben musste:

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