Türkei: Sänger Onur Şener von Konzertgästen getötet

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Der türkische Musiker Onur Şener ist nach einem Angriff von Besuchern seines eigenen Konzertes gestorben. Wie der Sender „CNN Türk“ berichtete, sei Şener zuvor nicht auf einen Musikwunsch aus dem Publikum eingegangen. Daraufhin sei er attackiert worden und im Krankenhaus an seinen Verletzungen gestorben.

Der Auftritt fand in einem Lokal in der Hauptstadt Ankara statt. Şener hab den Musikwusch nicht erfüllt, weil er das Lied nicht gekannt habe. Ein daraus entstandener Streit sei zu einer Schlägerei eskaliert, bei der der Sänger durch eine Glasflasche am Hals verletzt worden sei. Drei Männer aus einer fünfköpfigen Gruppe sind verdächtig, den Sänger mit der Flasche angegriffen zu haben. Zwei von ihnen beschuldigen einen Dritten, der die Tat jedoch leugnet.

Der 45-jährige Musiker hatte vor neun Jahren an der türkischen Variante von „The Voice“ („Ses Türkiye“) teilgenommen. Sein größter Hit war die Ballade „Sel Suyu“ („Flut“) (2015). Er hinterlässt eine minderjährige Tochter.

Staatsbeamte unter den mutmaßlichen Tätern

Der türkische Rockmusiker Haluk Levent schrieb laut der Nachrichtenseite „turkishminute.com“ auf Twitter, dass unter den Beschuldigten zwei Beamte des Ministeriums für Arbeit und Soziale Sicherheit und ein Ingenieur des staatlichen Luft- und Raumfahrtkonzerns Turkish Aerospace Industries (TAI) seien. In der Folge machten auch andere Prominente auf die Tat aufmerksam.

Die Schauspielerin Sevinç Erbulak schrieb, sie sei sich sicher, dass die Kriminellen nicht bestraft würden oder allenfalls geringe Haftstrafen erhalten würden. Kritiker*innen werfen dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan vor, ein System etabliert zu haben, in dem Staatsvertreter auch bei schweren Vergehen faktische Straffreiheit genießen.


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