über „Life“

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Den Rocklegendenstatus hat Keith Richards bekanntlich schon vor Jahren erreicht, nun wird er sich zudem noch den Titel „Bestsellerautor“ ans Revers heften können. Denn wenn man den medialen Wirbel, den seine Erinnerungen „Life“ ausgelöst haben, auf potentielle Verkäufe hochrechnet, kann das Buch einfach nur ein Kassenschlager werden. Umso schöner, dass es sich bei „Life“ nicht um einen mit heißer Nadel gestrickten Schnellschuss handelt. Der Chefredakteur des amerikanischen S Rolling Stone meinte zu „Life“: „Nach Bob Dylans Biografie ist Richards Buch wahrscheinlich die beste Rock-Memoire, die je geschrieben wurde.“ Auch in Sachen „Sex, Drugs & Rock’N’Roll“ können viele heute als wild verschriene Bands sich noch eine Scheibe abschneiden – gegen einige Passage wirken z. B. die King Of Leon wie Musterknaben. So wie diese: „The 1972 tour was known by other names – the Cocaine and Tequila Sunrise tour or the STP, Stones Touring Party. It was the beginning of the booking of whole hotel floors, with no one else allowed up, so that some of us – like me – could get privacy and security. It was the only way we could have a degree of certainty that when we decided to party, we could control the situation or at least get some warning if there was trouble.“Neben dem richtigen Umgang mit Drogen, dem wilden Tourleben, seinem Songwriting, seinen Liebschaften, seiner Jugend und seinen Gedanken zu Blues, Country und Punk wird natürlich auch Richards kreatives Verhältnis und seine Freundschaft zu Mick Jagger thematisiert, den er wechselweise kritisiert bzw. gar runtermacht, um ihn gleich darauf heilig zu sprechen.Neben der deutschen Buchversion, die gestern im Heyne-Verlag erschienen ist, gibt es „Life“ auch als Hörbuch – gelesen von Trio-Stimme Stephan Remmler. Auf der Website des amerikanischen Radioverbundes NPR gibt es momentan ein ausführliches Interview mit Keith Richards. Viel Spaß damit:

– 27.10.2010


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