Und sonst so?


Eigentlich müssten wir erwachsen werden: No Age hatten ihre 15 MB of Fame und wollen nun ein Upgrade.

Ende September hatten No Age einen großen Auftritt im „Hollywood Bowl“. Sie spielten zwar nur zur Unterstützung von Sonic Youth und Pavement im Vorprogramm, aber die reine Buchung in so eine Umgebung allein zeigt schon, wie weit es Gitarrist Randy Randall und Schlagzeuger Dean Spunt in fünf Jahren gebracht haben. „Große Erwartungen hatten wir am Anfang nicht. Dann wurden wir plötzlich zu dieser Internet-Band, so wie Yeasayer oder Holy Fuck. Über uns wurde geredet, es kamen immer mehr Leute zu den Konzerten. Letztendlich ist das aber alles nicht wichtig. Man muss stabil bleiben und einfach weitermachen“, sagt Spunt. Der Drummer spricht freundlich, aber man spürt, dass eine Kümmert-mich-alles-einen-Scheißdreck-Attitüde in seinen Worten mitschwingt. Randall und Spunt verstehen sich als Punks. Sie lieben die Ramones, Crass, Bad Brains und Stiff Little Fingers, wollen immer nur den geraden Weg gehen und sich nicht verheizen lassen. In ihre Musik lassen sie sich nicht hineinreden, es gibt keinen Produzenten. DIY forever. Trotzdem tun sie nicht so, als lebten sie im Jahr 1977. „Man sollte die Zeit, in der man lebt, schon berücksichtigen. Wir benutzen zum Beispiel einen Sampler, dem wir ausgefallene Geräusche entlocken. Mit seiner Hilfe können wir auch auf einen Bassisten verzichten.“ Das Genre, das einem bei No Age zuerst einfällt, ist Noise-Rock. Die Weite dieses Begriffs wollen Randall und Spunt so gut es geht ausnutzen. Früher waren sie erst mal darauf aus, ihre Lust auf Krach irgendwie mit dem zu einen, was man Songstruktur nennt. Inzwischen sind sie einen Schritt weiter. Auf dem neuen Album EVERYTHING IN BETWEEN vernimmt man Anflüge von Melodien. „Es gab Zeiten, da wollten wir nur mit dem Kopf durch die Wand. Jetzt, wo wir junge Erwachsene sind, fragen wir uns schon, ob man alles nicht ein wenig durchdachter hinkriegen kann.“ Als Vorbild fällt Spunt die britische Band Squeeze ein. „Die haben großartige Songs, sind aber auch manchmal seltsam und wirken trotz eindeutiger Einflüsse immer sehr eigen.“ Die Fans werden es gerne hören, im „Hollywood Bowl“ oder wo auch immer.

www.noagela.blogspot.co