Vergangenheitsbewältigung

ist für ihn kein Thema mehr. Kralle Krawinkel hat seine ersten musikalischen Erfolge im Trio gefeiert, doch nach über zehn Jahren ist selbst sowas verjährt. Heute heißt er nur noch Kralle und pflegt mit gleichnamigem Solo-Werk sein Einzelgängertum. Nur ausgewählte deutsche Kollegen durften ihm dabei zu Hand gehen. Nena singt mit, und Rio Reiser borgte seinen Wortschatz — auf fremden Wegen. Englische Textvorlagen des Kollegen Kralle übersetzte er in die gemeinsame Muttersprache zurück. Das Ergebnis ist so ungewöhnlich wie eingängig. Und einsam geht Krolle damit auf Tour: Im Mai wird er mit Cadillac und Gitarre die deutschen Highways bereisen (Berlin 3. 5., Hamburg 4. 5., Köln 5. 5.) und Plattenkäufern in WOM-Filialen vor Ort sein Produkt empfehlen. Denn im Alter reift die Überzeugung, wie im ersten Stück der ersten Kralle-CD:

„Ich will, was ich will.“

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