Viva – Hamburg, Markthalle


Gut 500 jüngere HM-Fans im bekannten „outfit“ – Armbinden, Sticker, Badges, Jeansjacken mit Emblemen der favorisierten Gruppen – füllten die Markthalle gut zur Hälfte. Zwei Gruppen waren angetreten um die Schwermetall-Wünsche zu erfüllen. Hardware als Vorgruppe und Viva als Headliner, beide aus Hannover.

Um 22 Uhr steigen Viva zu den „Eröffnungsfanfaren“ der neuesten LP DEALERS OF THE NIGHT auf die Bühne und beginnen ihren Set mit „Falling Jn Love“: Daaaa dam dam daaaa – heavy Riffs der Gitarristen; dakadam dakadam, dakadam, dakadam setzt die Rhythmusgruppe ein; seit Deep Purple hat sich da nicht viel geändert.

Trotz kleiner technischer Pannen das Gesangsmikro fällt aus, der Mix ist noch nicht ausgewogen – zieht Viva das Programm routiniert durch. Eine Mischung aus allen Songs der LP WHAT THE HELL IS GOING ON und einigen highlights aus dem neuen Album. Herausragend die Version vom „Some Kind Of Wonderful“, einem alten Grand-Funk-KIassiker.

Die Gruppe hat kaum Schwierigkeiten, das Publikum mitzuziehen. Bereitwillig wird geklatscht oder schon mal ins hingehaltene Mikro gegröhlt. Offenbar ist einem großen Teil die Band zumindest von der Platte her bekannt. Zwei Zugaben werden gefordert und gegeben, nach 75 Minuten ist Schluß.

Konnte sich Viva auf ihren LFs durch melodiösen Keyboard-Einsatz (Barbara Schenker) und gute Produktion von ähnlichen Gruppen abheben, ja sogar internationalen .Heavy“-Ansprüchen gerecht werden, so läßt dieser Eindruck etwas nach. Der überwiegend die Gitarren bevorzugende Mix stellt seinen Teil ebenso dazu bei wie Sänger Marc, der stimmlich – strapaziert durch die vorangegangene Tour – Schwierigkeiten mit den hohen Parts und markigen Schreien hat. Aber die Technik (Delay und Hall) gleicht einiges aus – und sowohl die Gitarristen Andy Fach und Ralph Murty wie die straighte Rhythmus-Sektion sind durchaus kompetenter Nachwuchs. Barbara Schenker fällt musikalisch kaum auf, bemüht sich ansonsten, das Publikum zum Klatschen oder Mitsingen zu animieren.

Wenn Viva ihre Bühnenshow konsequent weiterentwickelt und weiterhin gutes Material schreibt, wird man sie sicherlich in absehbarer Zeit mit Namen wie Scorpions, MSG, Iron Maiden und anderen „Großen“ in einem Atemzug nennen.