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Von Cornflakes-Spielzeug zur Mega-Malware: 6 Fakten zur Geschichte des Hackens

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Hier fing wohl das 'Hacken' an: Massachusetts Institute of Technology in Boston. Das Foto wurde vermutlich 1969 aufgenommen.

Am 5. und 6. September findet im Rahmen der Berlin Music Week der Music Hack Day statt, bei dem man die Möglichkeit hat, die Zukunft digitaler Musik aktiv mitzugestalten. Im Hackathon kommen kreative Designer, Entwickler und Musiker mit Produktvisionären zusammen, um neue Ideen voranzutreiben. Wer ein spannendes Projekt im Kopf hat, aber noch an der Umsetzung scheitert, kann sich hier professionelle Unterstützung holen und innerhalb von 24 Stunden einen Prototyp entwickeln.

Welche Rolle „Hacken“ in unserer Gesellschaft eingenommen hat, zeigt die rasante Entwicklung der letzten 50 Jahre. Wie alles anfing und mit welchen Auswirkungen wir heute neben all den positiven Erfindungen zu leben haben, erklärt euch unsere Liste der sechs interessantesten Fakten rund ums Hacken.

1. Der Ursprung des Wortes „Hacken“

Zum ersten Mal wurde der Begriff „Hacken“ in den 1960er-Jahren genutzt – damals am renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT). Eine Gruppe von Studierenden, die zur Leistungssteigerung an Maschinenmodellen herumbastelte, nannte sich „Hacker“ und hatte damit eher Experimentierfreude als Böses oder Revolutionäres im Sinn.

2. „Hacken“ hieß früher „phreaken“

Der amerikanische Amateurfunker John „Captain Crunch“ Draper gilt als Urvater des Hackens. Mithilfe einer kleinen Spielzeugpfeife, die er als Beigabe in den Frühstücksflocken „Cap’n Crunch“ fand, ließ sich ein Ton mit einer Frequenz von 2600 Hertz erzeugen – genau diese Frequenz wurde damals im amerikanischen Telefonnetz benutzt, um Ferngespräche freizuschalten. Mit einem Pfiff in das Spielzeug konnte er somit umsonst telefonieren. Seinen Trick nannte er „phreaking“ (eine Wortschöpfung aus „phone“ und „freak“). Der Terminus wurde später von „Hacken“ abgelöst, der Hack selbst animierte Tausende zum Selbstversuch und eigenen technischen Basteleien.

3. Der erste Computer-Virus

1983 wurde der erste Computer-Virus erfunden: Fred Cohen, ein Doktorand aus Los Angeles, schrieb ein Programm, das sich selbst kopieren konnte, um zu beweisen, dass auch Computer, wie in der Natur üblich, von einem Virus befallen werden können. Seine Absichten waren rein wissenschaftlicher Natur, animierten jedoch auch eine Welle von Nachahmern, die weniger Nobles im Sinn hatten.

4. 1988 – der erste Hacker wird verurteilt

Der Computerwurm Morris sorgte 1988 für Chaos, als er sich über das sogenannte ARPAnet auf circa 6.000 Computern breitmachte. Robert Tappan Morris, sein Erfinder, wurde zu einer Bewährungsstrafe von drei Jahren verurteilt und musste 10.000 Dollar Schadenersatz zahlen. Die Zeiten, als Hacker als experimentierfreudige Jugendliche galten, waren somit vorbei und die Gesellschaft begann, sie als potenzielle Gefahrenquelle zu sehen.

5. „Black-Hats“, „White-Hats“, „Script-Kiddies“ – Wer macht was?

Hacker ist nicht gleich Hacker – auch wenn die Meinung darüber in der Gesellschaft öfter mal auseinander geht. Black-Hats arbeiten mit der Absicht, Schaden anzurichten und kriminell zu handeln. White-Hats hingegen hacken, um auf Sicherheitslücken in Systemen aufmerksam zu machen, der Schaden dabei ist gering. Grey-Hats bewegen sich in der Grauzone dazwischen.

Und die Hacktivisten? Sie bilden eine weitere Kategorie, die sich vorrangig auf politische Aktivitäten, wie die der Gruppe Anonymous, spezialisieren. Auch sie bewegen sich gesellschaftlich gesehen in einer Grauzone. Berühmtestes Beispiel: Julian Assange.

Sogenannte Script-Kiddies hacken nur um der Angeberei willen und werden von „echten“ Hackern nicht sonderlich geschätzt, da sie die Tools anderer für ihre Spielereien nutzen.

6. Die gefährlichste Malware der Welt

Täglich flutet neue und völlig unterschiedliche Malware Computer auf der ganzen Welt, daher ist schwer zu sagen, welche die Schädlichste ist. Der 2004 gestartete Virus „Sasser“, erfunden von einem Student aus Sachsen, befiel beispielsweise vorrangig Banken, Reiseunternehmen und öffentliche Einrichtungen. Auch die Telekommunikation mehrerer französischer Nachrichtensender brach zusammen, Flüge wurden storniert. Sasser verbreitete sich aufgrund einer Sicherheitslücke in win2000 und xp-Betriebssystemen auf über zwei Millionen Rechnern.

Ebenfalls 2004 befiel Mydoom weitere zwei Millionen PCs und richtete so 38 Milliarden Dollar Schaden via Bounce Message an. Der Trojaner und Wurm Sobig.F liegt mit 37,1 Millionen knapp dahinter und auch die Malware „I Love You“ rankt mit 15 Millionen noch ganz oben.



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