Warrior Soul: Die gescheiterte Revolution


„Detroit ist eine öde, eine tote Stadt“, erkannte Kory Clark, schnürte sein Bünde! und ging nach New York: „Das war wie aus der Hölle in den Himmel zu kommen. “ Dort steht er noch heute zuweilen an einer Straßenecke und spielt unerkannt auf der akustischen Gitarre. Mit seiner Band Warrior Soul steht er zwar schon auf den Bühnen großer Konzerthallen und Stadien, jedoch nur im Vorprogramm populärerer Mitbewerber wie Metallica oder Danzig. Denn obwohl die Fachpresse seit Jahr und Tag die besonderen Qualitäten von Warrior Soul anerkennt, wurden sie von der plattenkaufenden Öffentlichkeit weitgehend ignoriert. Das soll sich nun ändern, denn Warrior Soul gehören zweifellos zu den derzeit originellsten und fusionsfreudigsten Bands am Schnittpunkt zwischen Hardrock, Punk und Heavy Metal. Dort lassen Warrior Soul auf ihrem vierten Album „Chili Pill“ psychedelische Klangschwaden aufsteigen („Mars“), bläst Saxophonist Michael Monroe schrille, fast dissonante Töne zwischen das martialisch-brachiale Gitarrengewitter („Ha Ha Ha“) — und in den Song „High Road“ bauten sie gar Blues-Elemente ein. „Ich wurde inspiriert von Jimy Hendrix und John McLaughlin, den Ramones, Iggy Pop, den Sex Pisiols — der ganzen Punk-Bewegung. Außerdem von Kraftwerk, Public Enemy und Jazz-Fusion“ — Clarks Einflüsse lesen sich wie das „große Stilbuch der Rockgeschichte“. Von konkret-politischen Themen, in der Vergangenheit oft Inhalt der Songs, sind Warrior Soul unterdessen abgerückt. Clark wendet sich verbittert den abstrakteren Themen zu. denn: „Ich habe meine Meinung gesagt, doch die Revolution schlug fehl. Dies ist eine verlorene Generation. Mein Fehler war es, zu denken, sie bestünde aus Aktivisten. Doch ihr ist alles egal“.