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Kommentar

Warum die Grammys 2016 eine feige Veranstaltung waren

Fünf Preise aus dem Staples Center mit nach Hause nehmen zu können, ist ein riesiger Erfolg, über den sich Lamar sicherlich gefreut haben wird. Best Rap Performance, Best Rap/Sung Collaboration, Best Rap Song, Best Rap Album. Lamar beherrschte sein Reservat – denn nichts anderes sind diese Rap-Awards. Sie sind ein von der National Academy Of Recording Arts And Sciences eingerichtetes Reservat, in denen sie die unterdrückten Schwarzen im Auge behalten können. Lamar wurde bei den Grammys 2016 zum einsamen Indianer-Häuptling degradiert.

Da scheint der Preis für das Beste Musikvideo, den er gemeinsam mit Taylor Swift für ihr gemeinsames Werk „Bad Blood“ erhalten hat, wie der verzweifelte Versuch, Lamar auch mit dem weißen Amerika zu vereinen. Dabei ist Lamar schon bei „Bad Blood“ nichts mehr als Beiwerk. Ein tougher Rapper, der der guten, aber flachen Popnummer Swifts einen multikulturellen Anstrich gibt. Dass sein Rap-Part auf der Albumversion von „Bad Blood“ fehlt, versteht sich da beinahe von selbst.

Die Grammy-Academy hat mit ihrer Entscheidung für Swift und gegen Lamar bewiesen, wie zutiefst feige sie ist. „K-Dot“ die Trophäe für das Album Des Jahres zu verleihen, wäre ein Entschluss gewesen, der ausgerufen hätte: „Kendrick, wir haben dir zugehört. Wir stehen für deine Sache ein!“ So jedoch verlautbarte die Academy: „And The Haters gonna hate, hate, hate… Was für eingängige, nichtssagende Musik!“

Schlussendlich hat „King Kendrick“ die Lobhudelei der blasierten Grammy-Gesellschaft gar nicht nötig. Seine Haltung ist und bleibt aufrecht und er wird weiter seine Stimme für die „Black Lives Matter“-Bewegung erheben. Das zeigte er mit seinem eindringlichen Auftritt während der Grammy-Verleihung. Lamar als angeketteter Häftling, der sich befreit, von all der Unterdrückung, von all dem Schmerz und sich und seine Brüder und Schwestern feiert. Compton. Afrika. Welch eine Botschaft. Kendrick, wir hören dir zu. Wir stehen für deine Sache ein!

 



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