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Week-End-Festival 2014: Teenage Fanclub, Kate Tempest und Owen Pallett treten live in Köln auf

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So schön es auch sein mag, im Sommer auf der Wiese zu stehen und Rockmusik zu hören: Die Erwartbarkeit von 98 Prozent der Festival-Line-Ups ist manchmal schon ermüdend. Was in Deutschland fehlt, sind kuratierte Festivals, bestückt mit Bands, die nicht spielen, weil sie gerade eh im Lande sind, sondern weil sie in ein Programm passen und die Festivalmacher sie unbedingt haben wollen.

Das Kölner Week-End-Festival bietet genau das. Die vierte Auflage findet vom 27. bis 29. November statt, Ort ist wie schon im vergangenen Jahr die Stadthalle Köln-Mülheim. Jetzt stellten die Festivalmacher das Programm vor, und man kam sich bei der Pressekonferenz eher vor wie zu Gast im Wohnzimmer echter Musikfans: Mit echter Leidenschaft wurden die Künstler vorgestellt, von denen viele seit ewigen Zeiten nicht mehr in Deutschland gespielt haben und exklusiv für das Week-End nach Köln kommen.

Headliner am ersten Festivaltag, dem Donnerstag, sind die Powerpop-Veteranen vom Teenage Fanclub, die zuletzt vor vier Jahren in Deutschland waren und noch seltener Konzerte spielen als es Sonnentage in Glasgow gibt. Die Schotten bringen sogar ein neues Album mit. Zuvor spielen die englischen Indiepop-Ästheten The Clientele sowie der kanadische Geheimtipp Nicholas Krgovich mit seiner Mischung aus edlem Pop, Softrock und Blue Eyed Soul. Der Freitag vereint Tanzmusik und Theorie: Zu Gast ist unter anderen die englische Lyrikerin Kate Tempest, deren Poetry-Dance-Platte EVERYBODY DOWN zu den Highlights des Musikjahres zählt. Eigens aus New York kommt die Mutant-Disco-Legende ESG nach Köln. Die fünf Damen sind Pionierinnen des Post- und Dance-Punk, wurden tausendfach zitiert und gesampelt – und grooven noch immer wie Hölle.

Am Samstag dann erlebt das Week-End die Rückkehr der Kölner Indierocker Von Spar, das Gastspiel des derzeit hoch geschätzten Neo-Soul-Virtuosen Sinkane, die Show des kanadischen Multitalents und Part-Time-Arcade-Fire-Geigers Owen Pallett sowie nach vielen Jahren ein Wiedersehen mit den britischen Funk-Wave-Helden A Certain Ratio, die Anfang der 1980er-Jahre in Manchester zu den bestimmenden Bands des Factory Labels zählten. Joy Division mit besserem Aussehen und cooleren Grooves – so hieß es damals. Weitere Künstler sind in Vorbreitung, unter anderem ein sehr illustrer DJ für die Aftershow-Party im Keller der Stadthalle Mülheim.

Viel wird in diesen Tagen über die Wertigkeit des Albums als Kunstform geredet. Das Week-End führt die Debatte weiter und wagt es, als eine Art „Meta-Act“ ein Album ins Line-Up zu stellen, nämlich Brian Enos TAKING TIGER MOUNTAIN (BY STRATEGY). Die Idee: Zehn Künstler des Programms covern jeweils einen Track von Enos 1974er-Meisterwerk und integrieren ihn in ihr Set. Welche Bands beteiligt sind, verraten die Festivalmacher bald. Wer welchen Song spielt – das erfährt man erst beim Festival selbst.

Der Vorverkauf beginnt am 29. August um 17 Uhr bei www.tixforgigs.de

Tickets und das komplette Line-up findet ihr unter: www.weekendfest.de


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