Wegen Vergewaltigung: Richter lehnt Haftverschonung für Roman Polanski ab

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Der polnische Oscar-Preisträger Roman Polanski wird wohl nie wieder in die USA einreisen. Die letzte Hoffnung für den Regisseur begrub nun ein US-Richter. Im März hatte Polanskis Anwalt vor Gericht auf eine alte Abmachung zwischen Mandanten und Justiz aus den 1970ern verwiesen, die im Jahr 2017 noch eine Haftstrafe gegen Polanski verhindern solle.

1977 gestand Roman Polanski („Der Pianist“), ein damals 13 Jahre altes Mädchen sexuell missbraucht zu haben. Dazu verabreichte er ihr Drogen. Das Opfer, Samantha Geimer, verzieh ihm später öffentlich, nach 42 Tagen im Gefängnis floh Polanski aber aus den USA. Bis heute ist er nicht mehr in das Land zurückgekehrt, eine weitere Haftstrafe wartet dort auf ihn.

Hausarrest in der Schweiz

Polanskis Anwalt hat nun auf einen Deal verwiesen, den der Regisseur damals mit der Justiz gemacht haben soll. Dafür, dass Polanski geständig war, sollte seine Haftstrafe laut dessen Anwalt ausgesetzt werden. Doch in den USA wird bis heute gegen Polanski ermittelt, mehrfach wurde die Regierung von Polen zwecks einer Auslieferung angefragt. Doch die dortige Justiz lehnte immer wieder ab. 2009 wurde der Regisseur in der Schweiz festgenommen und verbrachte daraufhin 10 Monate in Hausarrest.

Polanski ist mittlerweile 83 Jahre alt. Sein nun gescheiterter Versuch, eine Haftverschonung zu erwirken, dürfte seine letzten Hoffnungen auf eine Rückkehr in die USA zerstören. Der zuständige US-Richter, an den wegen eines in den 1970ern gemachten Deals appelliert wurde, hat Polanskis Gesuch abgelehnt. Der Anwalt des Regisseurs hatte gefordert, dass sein Mandant keine weitere Haftstrafe nach einer eventuellen Einreise absitzen müsse, die Justiz zeigte sich aber hart und wollte dies nicht garantieren.


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