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Wir haben uns die Reebok Classics x Kendrick Lamar gekauft – und sie sind jeden Cent wert

Kendrick Lamar und Kanye West haben eigentlich nicht sonderlich viel gemeinsam. Klar, „K-Dot“ aus Compton und „Ye“ aus Chicago sind beide revolutionäre Rapper, haben sogar den gemeinsamen Song „No More Parties In L.A.“ aufgenommen, aber dann hört es eigentlich auch schon mit den Parallelen auf. Eine Ähnlichkeit interessiert uns jedoch besonders: Beide verdingen sich als Halbzeit-Sneaker-Designer: Kanye für Adidas höchst erfolgreich mit seiner „Yeezy“-Kollektion, Lamar etwas unaufgeregter mit den Briten von Reebok.

Die Unterschiede zwischen den Sneaker-Kooperationen von West und Lamar

Anhand der Charaktere beider Musiker, lassen sich deren modische Gegensätze wunderbar sezieren: Kanye West war schon immer einer der Wortführer im HipHop-Camp. Jemand, der sich für den größten Künstler der Gegenwart hält und mit seinen Klamotten und seiner Musik nicht weniger als eine bessere Zukunft für die Menschheit einläuten will. Er ist es auch, der seine Schuhe, vollgepackt mit neuester Technologie in der Produktion, extrem limitiert vertreibt und die Markteinführungen zu regelrechten Happenings hochstilisiert, bei denen es mehr ums Event als um den Schuh geht.

Im Gegensatz dazu Kendrick Lamar, der Leisetreter aus Compton, der in seiner Musik jedoch umso lauter auf Missstände aufmerksam macht und von US-Präsident Barack Obama als der „wichtigste Künstler der Gegenwart“ gelobpreist wurde. Diese Linie zieht „King Kendrick“, wie ihn seine Fans ehrfurchtsvoll nennen, auch bei seinen Designs für die traditionsreiche Marke Reebok durch.

Lamar setzt Funktionalität vor Design

Bei Lamar geht es nicht um futuristische Designs, um klobige Hightech-Sohlen, um Kicks, die zu schade zum Tragen sind. Ihm geht es um den Schuh und die Leute, die ihn tragen sollen. Das bedeutet nicht, dass er dabei auf Qualität oder Style verzichtet; im Gegenteil. Die neueste Kollaboration mit Reebook Classics kommt aus feinstem Rauhleder um die Ecke. Samtweich liegt der Schuh beim Auspacken in der Hand, nur wenige Details lenken die Aufmerksamkeit vom Produkt ab: Lamar wuchs im Problemvorort von L.A., Compton, zwischen den Fronten der beiden verfeindeten Gangs Bloods und Crips auf. Noch heute durchzieht diese imaginäre, aber spürbare Grenze den Ort – die von Lamar designten Reeboks versinnbildlichen diese durch eine prägnante Naht, die das Paar Schuhe in einen roten (Bloods) und in einen blauen (Crips) Schuh teilt. Selbst der Reebok-Schriftzug auf der Ferse wird in ein rotes „Ree“ und ein blaues „bok“ geteilt. Somit bekommt das Modewort Statement-Schuh entgegen vieler anderer modischer Statement-Pieces bei Lamar eine wahrhaftige Bedeutung.

Ein kleines, wenngleich nicht unwichtiges Detail, das den Sneaker unglaublich aufwertet: Die Einlegesohle wurde mit dem gleichen Material veredelt wie das Außenleben des Schuhs. Es fühlt sich an, als sei man auf einem Flokati-Teppich gebettet. Ein unglaubliches Tragegefühl, das den Schuh zu einem absoluten Allrounder werden lässt.

Kleines Manko: Aufgrund seiner schweren Lederverarbeitung ist der Sneaker nicht gerade für hochsommerliche Temperaturen empfehlenswert. Käsefüße, ahoi.

Es ist ein Wunder, dass uns Tage nach dem offiziellen Release am 1. Juli 2016 – der im übrigen nur durch In-Store-Events stattfand – noch ein letztes Exemplar in einem Berliner Streetstylestore in die Hände fiel. Der Reebok Classics x Kendrick Lamar ist mit seiner hochwertigen Verarbeitung von edlen Materialien tatsächlich jeden Cent seines Verkaufspreises von 94 Euro wert – insbesondere, wenn man bedenkt, was Kanye für seine 350s (200 Euro) und 750s (350 Euro) verlangt.


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