Wir leben im Jahre 1


In diesem Sommer wird in Kanada eine Veranstaltung stattfinden, bei der neben Anderen so viele Welt-Stars der Pop-Music auftreten werden, wie noch bei keiner anderen zuvor. „Kanada ist weit von hier. Hoffentlich zeigen sie was darüber im Fernsehen“, war meine erste Reaktion. Mittlerweile habe ich jedoch herausgefunden, was es mit diesem Festival auf sich hat: An drei Tagen wird sich die Welt-Elite des Pop einem sicherlich astronomisch großen Publikum präsentieren, um … die Welt an die Notwendigkeit des Friedens zu erinnern. Wieso?!?

Der Initiator dieses „World Peace Festival“ ist John Lennon. Kaum jemand wird es entgangen sein, dass Herr Lennon in letzter Zeit noch sonderlicher geworden ist, als er ohnehin schon immer gewesen ist. Er bemüht sich jedoch nicht so sehr um unsere Aufmerksamkeit, um ein paar Schallplatten mehr zu verkaufen, sondern, um auf den Lennon aufmerksam zu machen, der seine Fähigkeiten in den Dienst einer Erkenntnis gestellt hat. Diese Erkenntnis lautet: Kein Mensch will Krieg. Krieg ist Tod, Zerstörung und unbeschreibliches Leid. Trotzdem knallt es an allen Ecken unseres Erdenrundes.

Wenn alle Menschen daran denken, dass sie den Krieg nicht wollen, gibt es keine Kriege mehr. Wenn uns jemand die Notwendigkeit eines Krieges aufschwatzen will, ist er entweder ein Geistesgestörter oder er verdient am Krieg. Wenn weiterhin fast alle Staaten den größten Teil ihres Geldes für ihre Armeen verwenden, weil der eventuelle Gegner es auch tut, verdienen daran nur die Waffenhändler, und die Versuchung, die Dinger mal auszuprobieren steigt. Es ist also mindestens genau so wichtig, wie „Rüstung, weil der Feind rüstet“, dass wir einander klar machen: Wenn alle Menschen wissen, dass sie den Krieg nicht wollen, wird es keine Kriege mehr geben.

John Lennon sucht überall Mitstreiter für diese Bewegung und vor allem braucht er Geld dafür. Denn z.B. vor den Küsten der kämpfenden Araber und Israelis soll ein Piraten-Sender vor Anker gehen, der die Leute dort Vernunft-Frieden lehren soll. In den USA, wo es wahnsinnig viele Radio und TV-Sender gibt, haben sich schon einige davon zu „Peace-Stations“ erklärt. Unter anderem zeichnen sich diese Sender auch dadurch aus, dass sie von Lennon eine neue Zeitrechnung übernommen haben. Sie fangen ganz von vorn an und schreiben das Jahr 1. Das erste Jahr, in dem Menschen eingesehen haben, dass Krieg oder Friede das Hauptproblem aller geworden ist und, dass alle — jede Einzelne — von sich wissen muss: Ich habe es satt, beim Anhören der Nachrichten das Kotzen zu kriegen. Ich will keine Fotos von erschossenen Greisen, Frauen und Babies mehr in den Zeitungen sehen. Ich will mich freuen können darüber, dass ich lebe. Ich will Frieden. Friede sei mit uns!